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Mit Herzblut für Herzgut

Einer der traditionsreichsten Milchverarbeitungsbetriebe, die Herzgut Landmolkerei in Rudolstadt, kämpft um ihre Existenz. Mit der Produktion von regionalen Milcherzeugnissen ist sie für rund 100 Beschäftigte die Lebensgrundlage. Und: Ihre Rohmilch bezieht sie von Bauern aus der Region. Nun geht es darum, die letzte eigenständige Molkereigenossenschaft Thüringens zu retten.


Die Linksfraktion im Thüringer Landtag hat sich im November aktiv in die laufenden Bemühungen für eine neue Zukunftsperspektive der Molkereigenossenschaft eingebracht und ein erstes Gespräch mit dem Landwirtschaftsministerium vermittelt.


„Wir werden um jeden der rund 100 Arbeitsplätze bei Herzgut kämpfen, die in Rudolstadt dauerhaft gebraucht werden. Ich bin davon überzeugt, dass die Landmolkerei eine erfolgreiche Zukunft hat. Regionale Milchprodukte erfüllen den wachsenden Anspruch auf Nachhaltigkeit genauso wie das Bedürfnis zu wissen, woher die Lebensmittel kommen, die wir verzehren. Auch die Milcherzeuger in Thüringen haben langfristig einen Vorteil, wenn die Molkerei in Rudolstadt erhalten bleibt“, sagte die regionale Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss.


Der sozial-ökologische Wandel der Wirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit im Verbund mit guter Arbeit sei auch in der Lebensmittelbranche eine große Herausforderung. „Diese kann aber nur mit regionalen Erzeugerstrukturen und kurzen Wegen zum Konsumenten gemeistert werden“, so König-Preuss. Deshalb stehe auch das Land Thüringen in der Verantwortung, alle bestehenden Instrumentarien zu nutzen, um die Herzgut Landmolkerei in eine gute Zukunft zu begleiten.


Die Alternative zu einer Stärkung der Regionalwirtschaft seien „immer anonymere Produzentenstrukturen, die unsere Lebensmittel zur Renditemaximierung durch die ganze Republik fahren“, warnte der LINKEN-Abgeordnete Andreas Schubert. DIE LINKE sehe dabei gerade auch in der Unternehmensform der Genossenschaft eine wichtige Ergänzung für eine zukunftsfeste Thüringer Wirtschaftsstruktur. „Wir halten es für notwendig, dass alle Möglichkeiten des Landes ausgeschöpft werden, um die Molkerei und die Arbeitsplätze zu erhalten“, so die beiden Abgeordneten.
Der Geschäftsbetrieb der Molkerei geht trotz Insolvenzverfahren in vollem Umfang weiter. Laut dem Sanierungsvorstand Gernot John solle die Insolvenz in Eigenverwaltung genutzt werden, um die Landmolkerei aus der gegenwärtigen Krise herauszuführen, heißt es in Medienberichten. Die Gehälter der rund 100 Mitarbeiter*innen seien durch das Insolvenzgeld zunächst bis Ende des Jahres gesichert. PR