Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Linksfraktion drängt auf Zukunft für Opel in Eisenach

Bis Ende des Jahres sollen die Beschäftigten von Opel in Eisenach in Kurzarbeit. Der Konzern begründet dies mit der Halbleiter-Krise, die weltweit die Lieferketten stocken lässt: Es gibt zu wenig Chips, auch für die Herstellung von Kraftfahrzeugen. Doch nicht nur die Gewerkschaft IG Metall findet, „irgendwie stinkt da was bei der Geschichte“. Dazu wird auf Befürchtungen von Politik und Beschäftigte verwiesen, der Mutterkonzern Stellantis wolle auf ihre Kosten sparen. Und es geht um mehr: um die Zukunft des Produktionsstandortes. Denn unter den Opelaner*innen und bei der Gewerkschaft wird auch befürchtet, dass der überarbeitete „Grandland“, der in Eisenach gebaut werden sollte, womöglich anderswo produziert wird.


Die Linksfraktion im Thüringer Landtag hat deshalb die Chefs der Konzernzentrale von Stellantis und das Thüringer Wirtschaftsministerium aufgefordert, sich bis Ende des Jahres gemeinsam mit den Beschäftigten von Opel Eisenach und der IG-Metall in einem Termin zum Wiederhochfahren der Opel Produktion in Eisenach und zu einer langfristigen Perspektive für den Standort zu verständigen. „Die Beschäftigten von Opel Eisenach können sich auf die Solidarität der LINKEN verlassen“, so Andreas Schubert, Sprecher für Wirtschaftspolitik der Fraktion.


„Wir teilen den Ärger über die einsame Entscheidung des Mutterkonzerns Stellantis. Durch die fehlenden Halbleiter wird wieder einmal deutlich, wie sehr wir von globalen Lieferketten und damit von der kapitalistischen Logik des Marktes abhängig sind. Wir müssen jetzt den Einstieg in den Ausstieg verhindern und gemeinsam für eine langfristige Perspektive kämpfen.“


Schubert drängt dabei vor allem auf die Beteiligung der Beschäftigten und der Gewerkschaft. Und das auch nicht nur bei Opel. Die Folgen der CoronaPandemie und der fehlenden Halbleiter werde nicht nur die Beschäftigten in Opel Eisenach, sondern auch die Automobilzulieferbetriebe in Thüringen treffen, so Schubert. Der Strukturwandel vor dem Hintergrund neuer Antriebstechniken und die Herausforderungen einer klimagerechten Mobilitätswende seien enorm.
Laut IG Metall vermeidet Stellantis klare Stellungnahme zu Eisenach. Der Konzern spricht nur davon, dass er im Januar die Produktion wieder anlaufen lassen wolle, sollte dann der Chipmangel überwunden sein. Die IG Metall: Statt wirklicher Transformation mit dem Aufbau neuer Produkte sei in seiner Region bislang nur Arbeitsplatzabbau zu erkennen.


„Mitbestimmung durch Betriebsräte und Beschäftigte müssen, gerade was Konzernentscheidungen anbelangt, dringend gestärkt werden. Denn in Zukunft wird das Know-how der Fachkräfte entscheidend sein, wenn es um die Transformation in der AutomotiveIndustrie geht. Gleichzeitig muss die Produktion von Halbleitern in Europa gestärkt werden, um sich nicht ausschließlich abhängig von China zu machen“, so Schubert.
Stellantis war Anfang 2021 als Holding aus der Fusion der Automobilkonzerne Groupe PSA (PSA) und Fiat Chrysler Automobiles (FCA) hervorgegangen. Der Konzern ist mit seinen 14 Marken der viertgrößte Automobilhersteller der Welt nach verkauften Fahrzeugen. Der Konzern hat inzwischen mitgeteilt, er erwäge, seiner deutschen Tochter Opel die Verantwortung über die Werke in Eisenach und Rüsselsheim zu entziehen. Dann würden die beiden Produktionsstätten zu eigenen Rechts- und Produktionsorganisationen entwickelt, um „die Zusammenarbeit und Flexibilität innerhalb des Stellantis-Produktionsverbundes“ „zu stärken.


Heißt: In den Werken könnten dann auch andere Marken des Konzerns produziert werden. Eisenach war von 1990 bis 2013 bereits „selbstständig“, das Unternehmen wird in Medienberichten mit den Worten zitiert, „selbstverständlich sollen die Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten unverändert bleiben, die bestehenden Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen weitergelten“. Es seien nun Gespräche mit den Sozialpartnern geplant. Die Linksfraktion bleibt dran. PR