Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Kein Sparkurs bei Familien

Cordula Eger, die familien- und seniorenpolitische Sprecherin, besuchte zusammen mit dem Sprecher für frühkindliche Bildung und Ausbildungspolitik, Daniel Reinhardt, soziale Einrichtungen in Gera. Ein gemeinsames Anliegen war vor allem, mit ansässigen Akteur:innen über das Landesprogramm Solidarisches Zusammenleben (LSZ) ins Gespräch zu kommen. Seit Anfang 2019 ist mit dem LSZ die Gestaltung der Familienförderung in die Hand der Landkreise und kreisfreien Städte gelegt worden, eine passgenaue, auf den Ort zugeschnittene Familienförderung soll dadurch ermöglicht werden.

Start des gemeinsamen Tages bildete das Familienzentrum Gera, wo sich die beiden Abgeordneten ein Bild der Räumlichkeiten und der Programme des Familienzentrums machen konnten. Gemeinsam mit Abgeordneten Andreas Schubert, dessen Wahlkreis ebenso Gera umfasst und den Mitarbeiter:innen des Familienzentrums sowie der Sozialdezernentin der Stadt Gera, sprachen die Abgeordneten über den Alltag des Zentrums in der Pandemie und Erfahrungen mit dem Landesprogramm Solidarisches Zusammenleben. Aus dem reichhaltigen Gespräch nimmt die familienpolitische Sprecherin Eger mit, dass eine Novellierung des Familienförderungssicherungsgesetzes, welches die Rahmenbedingungen des LSZ regelt, notwendig ist. „Die Sorge von Bestandseinrichtungen wie dem Familienzentrum ist groß, dass der Bestandsschutz schon bald nicht mehr greift und Sparideen zur Schließung führen. Dies Sorgen müssen wir ernst nehmen, indem wir das Familienförderungssicherungsgesetz angehen und die ehemaligen Bestandseinrichtungen als nunmehr Regeleinrichtungen weiterhin im Gesetz erwähnen.“ Der Abgeordnete Reinhardt stimmt dem zu und unterstreicht: „Wir müssen sichergehen, dass in den nächsten Jahren unsere Familienangebote und –Einrichtungen, die dem Bestandsschutz zu verorten sind, nicht geschlossen werden und die örtlichen Familienförderungsstrukturen an erheblicher Quantität und Qualität einbüßen.“ Im Anschluss an den Besuch des Familienzentrums war ein weiteres Ziel der Abgeordneten das Thüringer-Eltern-Kind-Zentrum (ThEKiZ) Krümel. Gemeinsam mit einem der zwei Leiter:innen und einer Mitarbeiterin des ThEKiZ, wurde sich über die Umwandlung zum ThEKiZ, die Herausforderungen während der Corona-Pandemie und das LSZ unterhalten. Seit einer Weile sind die Eltern-Kind-Zentren Bestandteil des LSZ, die einstige separate Finanzierung ist damit mit in das LSZ geflossen. Für das TheKiZ Krümel war die Erprobung einer App ein rettender Anker für die Organisation des Alltags des Eltern-Kind-Zentrums während der Corona-Pandemie. Die Care-App stellte die Brücke, für den Austausch der Erzieher:innen mit den Eltern dar. Die erfolgreiche Nutzung der App und die hohe Akzeptanz, auf welche die App bei den Eltern stieß, führte zur festen Etablierung in den Alltag.

Mit Blick auf das LSZ stellen Reinhardt und Eger nach dem Gespräch fest: Es fehlen die finanziellen Mittel. Wenn nicht an den Angeboten gespart werden soll und keine Stunden bei dem Personal gekürzt werden sollen, dann braucht es eine ausreichende Finanzierung. „Das unterstreicht die Aussagen vieler weiterer Einrichtungen, die mit Mitteln aus dem LSZ finanziert werden, und mit denen ich mich unterhalten durfte. Wenn wir die etablierten Strukturen erhalten wollen, müssen wir darüber nachdenken, wie wir mit einer Novellierung des Familienförderungssicherungsgesetzes finanzielle Planungssicherheit herstellen können“, so Eger. Am Ende des Tages tauschte sich die Abgeordnete Eger mit der Stadtratsfraktion der Linken in Gera über die örtliche Familienförderung aus.

Hier geht es zur gesamten Ausgabe des neuen Parlamentsreports