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Innovation in alten Gebäuden

Die Fachhochschule Erfurt ist eine von drei Hochschulen in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt. Gegründet 1991 ist die Einrichtung zwar noch recht jung an Jahren, sieht sich aber selbst in einer guten Tradition: Die Verbindung von wissenschaftlicher Ausbildung und praxisorientierten Anwendungen. Wie an der Fachhochschule und an der dort angesiedelten Forschungsstelle für gartenbauliche Kulturpflanzen gearbeitet wird, davon machten sich Mitte Oktober Abgeordnete der Linksfraktion im Thüringer Landtag ein Bild.

Dabei lag das Augenmerk vor allem auf dem Gebäudebestand der ausgewählten Standorte. An der Leipziger Straße, wo vor allem der die Landschaftsarchitektur, der Gartenbau und die Forstwissenschaften ihren Platz haben, gibt es faszinierende Exponate aus der Lehrsammlung. Aber es fehlt an Räumen, die den Ansprüchen an eine moderne Lehre und Forschung gerecht werden ebenso wie frei zugängliche Arbeitsplätze für die Studieren den, die diesen sehr nachgefragten Studiengang in Erfurt belegen wollen. Zwar ist der mobile Hörsaal in Holzbauweise sehr beeindruckend. Dennoch wird dringend ein Neubau mit Hörsaal und Seminarräumen benötigt. Auch die Innovationskraft der Hochschule, die durch Fördermittel beispielsweise ein neues bodenkundliches Labor ausstatten könnte, braucht mehr Raum – die Geräte und auch das Knowhow sind bereits vorhanden.

Nächste Station des Besuches der Abgeordneten Marit Wagler und Ute Lukasch sowie Andreas Schubert und Christian Schaft war das imposante Seminarraum- und Arbeitsgebäude in der Schlüterstraße. Von außen voll renoviert, haben hier die Studierenden der Architektur und Stadt- und Raumplanung auf allen Etagen Raum zum Lernen, zum Arbeiten in der Werkstatt oder zu einem Kaffee in der kleinen Mensa. Aber auch hier sind es viele, die die Studiengänge besuchen, nicht zuletzt, weil das Hochschulranking die FH Erfurt als einen herausragenden Studienort ausweist. Das bedeutet: enge Räume, Büros unter dem Dach, die räumlich und auch bezüglich der Temperatur den Lehrenden nicht die besten Bedingungen bieten. Die Werkstatt im Keller nutzt jeden Quadratzentimeter und auch der Werkstattleiter unterstreicht die mangelnden Kapazitäten. Ein klassisches Fotolabor im Keller ist viel gefragt – aber auch hier angegriffene Bausubstanz und wenig Raum.

Am dritten Standort, dem der Forschungsstelle für gartenbauliche Kulturpflanzen mit angeschlossenen Laboren und Gewächshauskomplex, nagt bereits der Zahn der Zeit. In Kühnhausen wird den Gartenbau-Studierenden Laborarbeit und hervorragende Züchtungsforschung ermöglicht. Hier gibt es eine besonders wertvolle Hortensienkultur für die Untersuchung auf genetischer Ebene. Doch sollte es extrem kalt werden, könnten die Pflanzen gefährdet sein, da die Heizung aus den 1990ern einen andauernden Frost nicht verhindern könne. Die Labore und Phytokammern sind zwar gut ausgestattet, stehen aber in maroden Gebäuden, die so nur noch kurzfristig genutzt werden können. Dadurch erweist sich die Beantragung längerfristiger Forschungsförderung als schwierig, auch hier: der Wille und das Wissen sind da.

Die Abgeordneten der LINKEN konnten sich bei ihrem Besuch von der hohen Qualität der Lehre und Forschung an der Fachhochschule Erfurt überzeugen – ebenso aber auch vom dringenden Investitionsbedarf. „Unsere Idee ist ein Masterplan Hochschulbau. Mit dem wollen wir die verschiedenen notwendigen Maßnahmen langfristig planen“, erläuterte Christian Schaft, hochschulpolitischer Sprecher der Linksfraktion den nächsten Schritt. „Mit einer solchen Perspektive wissen die Hochschulen wann und wie sie ihre Projekte planen können. In einem solchen Masterplan werden wir dann auch die Fachhochschule Erfurt berücksichtigen.“ PR