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Grundstein für ein gemeinsames Netzwerk

Historiker*innen für weltoffenes Thüringen

Mit einer Resolution für eine weltoffene Gesellschaft haben sich Historiker*innen in Thüringen zu Wort gemeldet. „Geschichtsmythen und Geschichtsverdrehungen sind kein neues Phänomen. Zunehmend ist allerdings zu beobachten, wie populistische Strömungen und Parteien Geschichte in Gestalt vermeintlicher Fakten immer offener und dreister mittels populistischer Rhetorik missbrauchen“, hieß es zur Vorstellung der Initiative von mehr als 80 Fachleuten Anfang September.

„Auch 75 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft leben demokratieverachtende und menschenfeindliche Ideologien in Deutschland fort. Nicht zuletzt die Ministerpräsidentenwahl im Thüringer Landtag vom Februar 2020 zeigte, dass bestimmte Gruppen nicht an einer konstruktiven Politik interessiert sind, sondern allein das Ziel haben, die Demokratie und das Miteinander zu pervertieren. Eine Sprache, die Gewalt und Hass fördert, stellt die Würde des Menschen und die Vielfalt von Lebensformen in Frage.“ Auch die Folgen der Corona-Krise würden instrumentalisiert, um Hetze „gegen die vermeintlich Anderen zu rechtfertigen“.

Die an der Initiative beteiligten Expert*innen der Universitäten Erfurt und Jena, Geschichtsinteressierte sowie Bildungs-, Kultureinrichtungen und zivilgesellschaftliche Initiativen wollen den Austausch mit allen su
chen, „die wie wir chauvinistischen, rassistischen, antidemokratischen und menschenfeindlichen Tendenzen entgegentreten“. Mit der Erklärung wolle man „einen Grundstein legen für ein gemeinsames Netzwerk, welches Geschichtsarbeit an wissenschaftlichen, kulturellen und Bildungsinstitutionen und in ehrenamtlichen Vereinen und Geschichtsinitiativen im Sinne unserer Ziele unterstützt und fördert“.
 
Es gehe dabei auch um globale Gerechtigkeit. „Aus der Kenntnis der Geschichte sind wir uns bewusst, dass globale soziale Gerechtigkeit die zentrale Voraussetzung für das Leben aller Menschen in Würde ist. Dabei dürfen lokale Interessen nicht gegen globale Perspektiven ausgespielt werden, sie sind nicht voneinander zu trennen.“ Ein sensibler Umgang mit Sprache wird von der Initiative ebenfalls als unerlässlich angesehen. „Begriffe und Ideen haben ihre eigenen Geschichten. Oft wurden und werden Konzepte wie ‚Nation‘, ‚Volk‘ oder ‚Identität‘ für politische Zwecke erfunden und missbraucht. Gerade solche Begriffe werden heute wieder zugespitzt und für Polemiken genutzt. Dadurch werden sie destruktiv und dienen nicht mehr dem Dialog, sondern der Ausgrenzung.“ PR
 
Infos zur Initiative „Historiker*innen für ein weltoffenes Thüringen“ finden sich unter: weltoffenes-thueringen.de