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Gleichstellung kommt voran

An den Thüringer Hochschulen lehren heute mehr Frauen, doch die Geschwindigkeit bei der Gleichstellung in der Professor*innenschaft könnte schneller. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, lag der Anteil der Professorinnen an den Universitäten im Freistaat Ende 2020 bei fast 26 Prozent; zehn Jahre zuvor hatte der Frauenanteil noch bei rund 15 Prozent gelegen. Zu Beginn der Amtszeit der rot-rot-grünen Landesregierung 2014 waren lediglich gut 17 Prozent der Professuren weiblich besetzt. „Das zeigt, dass Maßnahmen von Rot-Rot-Grün zur Gleichstellung an den Hochschulen wirken“, kommentierte der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Christian Schaft, die Zahlen. „Zufriedengeben dürfen wir uns bei der Geschwindigkeit aber nicht. Es braucht weitere Anstrengungen.“


Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Anstrengungen, um die Förderung und Gewinnung von Frauen bei Berufungen auf Professuren voran zubringen. Dazu zählen unter anderem die forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Das Dual Career Netzwerk Thüringen fördert die berufliche und familiäre Integration von Dual-Career-Paaren; in Zielvereinbarungen haben sich Hochschulen zudem verpflichtet, Chancengleichheit sicherzustellen. Auch die Besetzung von Berufungskommissionen mit einem bestimmten Anteil an Frauen hilft an einigen Hochschulen der Sache der Gleichstellung. Und das sind nur einige Beispiele.


Im Vergleich mit anderen steht Thüringen besser da als viele andere Bundesländer. Zahlen für 2019 zufolge lag der Frauenanteil in der Professor*innenschaft etwa im Saarland und in Bayern bei unter 22 Prozent; deutlich besser standen allerdings Berlin und Hamburg da – mit fast 33 bzw. 30 Prozent.


Insgesamt gibt das Statistische Landesamt die Zahl der hauptberuflichen Professorinnen und Professoren für 2020 mit 1.298 an, das waren 5,4 Prozent mehr als 2019. Auch die Gesamtzahl der Beschäftigten an den Thüringer Hochschulen und am Uniklinikum Jena hat sich in dem Zeitraum vergrößert – um 6,4 Prozent. Insgesamt waren zum Zeitpunkt der Erhebung der Daten gut 19.000 Menschen an den Unis des Freistaates beschäftigt, mehr als die Hälfte davon im wissenschaftlichen oder künstlerischen Bereich. Etwas mehr als die Hälfte aller Hochschulbeschäftigten in Thüringen waren Frauen, ihr Anteil liegt mit gut 70 Prozent vor allem im nicht-wissenschaftlichen Bereich, also in der Verwaltung oder in den Bibliotheken sehr hoch.


Neue Daten gibt es auch zur Gesamtzahl der in der Bundesrepublik abgeschlossenen Habilitationen – die in der Regel die Voraussetzung einer Lehrbefugnis an Hochschulen ist. Laut dem Statistischen Bundesamt haben 2020 insgesamt 1.533 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Habilitation hierzulande erfolgreich absolviert. Ein kleiner Zuwachs von einem Prozent gegenüber 2019. Während die Zahl der Habilitationen bei den Männern um 4 Prozent auf 995 zurückging, stieg sie bei den Frauen um 11 Prozent auf 538 an. Damit lag der Frauenanteil unter den 2020 abgeschlossenen Habilitationen bei 35 Prozent. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und ein deutlicherer Zuwachs gegenüber 2010: Damals hatte der Frauenanteil an den neuen Habilitationen noch bei 25 Prozent gelegen. PR