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Donata Vogtschmidt, Ralf Plötner

Der „Plan B" der Notarztversorgung

Wenn im Krisenfall die notärztliche Versorgung wegen Unterbesetzung wegfällt, greift kein „Plan B“ in Thüringen. So war es jedenfalls bis 2020. Mit der weltweiten Corona-Pandemie kam eine Krise die weitreichende Einschränkungen in allen Bereichen der Gesellschaft mit sich brachte. Für den akuten Notarztausfall wurde 2020 daraufhin die 3. Eskalationsstufe eingeführt. Die Aufrechterhaltung der notärztlichen Expertise sollte bewahrt werden und der „Plan B“ hieß nun „Telenotärztliche Versorgung“. Im Zeitraum von anderthalb Monaten führte die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) zusammen mit der Berufsfeuerwehr Weimar in ihren Rettungswagen ein Projekt „Telenotärztliche Versorgung“ durch. „Dieser Testlauf war durchaus erfolgreich und wird positiv bewertet“, berichtet Dr. Jens Reichel Ärztlicher Leiter des Rettungsdienst Weimar.


Donata Vogtschmidt, Sprecherin für Katastrophenschutz und Feuerwehr der Linksfraktion, sowie Ralf Plötner, Sprecher für Gesundheit und Pflege, sprachen im Mai mit Dr. Reichel und seinen Kollegen der KVT, sowie zwei Kameraden der Berufsfeuerwehr Weimar. Bei dem Besuch wurde das Konzept zur „Telenotärztlichen Versorgung in Thüringen“ vorgestellt. „Der Testlauf war durchaus erfolgreich und wird positiv bewertet. Das haben sowohl Rettungskräfte als auch Hilfesuchende bestätigt. Es ist ein gutes Unterstützungsangebot und ein ressourcenschonender Umgang mit Personal. Eine Ausweitung auf ganz Thüringen wäre sinnvoll“, resümierten die beiden Abgeordneten. Donata Vogtschmidt fügt hinzu: „Digitalisierung fordert alle Bereiche. Bei unserem Besuch in der KVT durften wir Einblick in die Möglichkeiten der Entlastung von Notdienststrukturen erhalten: mit dem Telenotarzt ist schnelle Hilfe über Videoübertragung in den Rettungswagen möglich und unterstützt die fachliche Arbeit vor Ort. Wichtig ist nun, dass die Notdienststrukturen weiterhin ausgebaut werden und die Entlastung durch Telekommunikation nicht zur selbstverständlichen Alternative wird, sondern als explizites Zusatzangebot wahrgenommen wird“. Gerade im ländlichen Raum ist die Digitalisierung als Vorteil zu sehen. So werden nach Berichten der KVT gerade in der Altersgruppe der über 60-jährigen solche Angebote gut angenommen.  „Angst oder Scheu vor dem Digitalen gab es nicht“, erzählt Dr. Jens Reichel, der auch als Koordinator der „Telenotarztversorgung“ agierte. Eher ist die flächendeckende Versorgung mit Internet im ländlichen Raum die Herausforderung, fügt die Abgeordnete Vogtschmidt hinzu. Ralf Plötner ergänzt: „Die KVT in Thüringen hat sich als starker Partner im Rettungswesen bewährt. Als Unterstützung, falls notärztliche Unterstützung nicht sofort ausrücken kann, ist ein Telenotarzt ein Gewinn für das Rettungswesen und für die hilfsbedürftige Person.“