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Alternative 54 mit neuer Spitze

Verein linker Abgeordneter wählte Vorstand: Gudrun Lukin ist neue Vorsitzende

Unlängst war die linke Abgeordnete Katja Maurer mit zwei Schecks in ihrem Wahlkreis in Erfurt unterwegs – im Namen des Vereins Alternative 54 e.V. Gegründet 1995 von zwölf Abgeordneten der damaligen PDS-Fraktion spenden die Parlamentarier*innen als Mitglieder monatlich einen Teil ihrer Bezüge. Der Name des Vereins spielt auf den Artikel 54 der Thüringer Verfassung ab, in dem ein Automatismus zur Anhebung der Diäten festgeschrieben ist, den die linken Parlamentarier seit jeher ablehnen.

Stattdessen kommt dieser Aufschlag nun also der Zivilgesellschaft in Thüringen zugute. „Wir unterstützen soziale Projekte und engagieren uns in den Bereichen Sport, Kultur, Bildung und Erziehung“, heißt es dazu beim Verein. Die Diätenerhöhungen der einzelnen Abgeordneten komme „damit vielen Menschen zugute, fördert das solidarische Miteinander in Thüringen und unterstützt die gesellschaftliche Entwicklung im Freistaat“. Insgesamt sind bis zum Sommer 2020 fast 1,5 Millionen Euro an Spenden der Landtagsabgeordneten von PDS und LINKE zusammengekommen, 3.900 Projekte konnten unterstützt werden.

Mal gingen 350 Euro an den Seniorenverband Wartburgkreis, mal 400 Euro an das Heilpädagogische Jugendhilfe- und Ausbildungszentrum, mal 500 Euro an die Jenaer Nordschule zur Unterstützung ihres Mittelalterprojektes, mal 450 Euro an die Jugendfeuerwehr Florian 1882 Nägelstedt. Die Beträge mögen auf den ersten Blick klein erscheinen. Aber sie zählen für die meist ehrenamtlichen Basisprojekte oft viel.

Unlängst stand die Neuwahl des Vorstandes des Vereins auf der Tagesordnung. Als Vorsitzende des Vereins wurde die LINKEN-Abgeordnete Gudrun Lukin aus Jena gewählt. Die Sprecherin für Verkehr und Mobilität der Fraktion war schon seit 2009 Vizechefin der Alternative 54, ihre Wahl sei „ein Vertrauensbeweis der Mitglieder und eine Anerkennung ihres Engagements“, so der Verein. Zu Stellvertreterinnen wurden die Abgeordneten Cordula Eger und Anja Müller bestimmt, Maria Funke ist zur Schatzmeisterin gewählt worden. Wiedergewählt als Revisor*innen wurden zudem Karola Stange und Ralf Kalich.

Mit der Neuwahl verbunden war auch großer Dank an Diana Skibbe und Tilo Kummer. Diana Skibbe ist seit 2004 Mitglied des Vereins und hat seit 2013 ununterbrochen als Vorsitzende an der Spitze gestanden. „Sie hat mit Erfolg und Enthusiasmus unsere Geschicke geleitet. Immer strategisch durchdacht und zielorientiert“, hieß es beim Verein mit großer Anerkennung.

Tilo Kummer war von 2000 bis 2005 Vorsitzender der Alternative und seit 2001 ununterbrochen Stellvertreter des Vereins, der seine „Aufgaben mit großer Ernsthaftigkeit und großem Verantwortungsbewusstsein“ erfüllt habe. Beide bleiben dem Verein weiter als Mitglieder eng verbunden.

Und die Alternative wird sich weiter für die Thüringer Zivilgesellschaft mit Spenden einsetzen. Katja Maurer hat die Kunstschule Imago mit einer Zuwendung über 500 Euro für künstlerische Projekte und zukünftige Ausstellungen bedacht. Weitere 450 Euro gingen ins Autonome Jugendzentrum am Ilversgehofener Platz in Erfurt. Coronabedingt sind dort sehr viele Konzerte ausgefallen und somit auch dramatische Einnahmeverluste für das seit über 30 Jahren existierende, alternative Veranstaltungs- und Kulturzentrum entstanden.