„Wir haben es satt“ – Müller: Solidarität mit den Demonstrierenden
„Die Grüne Woche ist sicher eine wichtige Veranstaltung der Agrar- und Lebensmittelbranche, aber wir dürfen – gerade in Thüringen – die bäuerlichen Betriebe nicht vergessen, die vor allem mit Blick auf Regionalität einen wichtigen Beitrag zur Lebensmittelversorgung und -qualität leisten. Deshalb erkläre ich mich mit den Initiator:innen und Teilnehmer:innen der am 17.01. in Berlin stattfindenden Demonstration ‚Wir haben es satt‘ solidarisch. Das Motto der Demonstration mahnt uns, Haltung zu zeigen und für eine zukunftsfähige Landwirtschaft weltweit einzustehen. Dieses Motto hat auch Bedeutung für Thüringen. Die Landwirtschaft noch nachhaltiger zu machen, gute Qualität zu liefern und Landwirtschaftsbetriebe vom Export- und Ökonomisierungsdruck zu befreien, ist Auftrag für die Thüringer Politik“, betont Anja Müller, landwirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag.
Sie weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es wichtig ist, in Thüringen die Eigentumskonzentration im Bereich landwirtschaftlicher Flächen zu stoppen und erklärt: „Leider ist es derzeit schwierig, an Daten und Fakten zu kommen, um die Eigentumsentwicklung für Thüringen umfassend transparent zu machen. Trotz eindringlicher Nachfrage bei der Landesregierung sieht sich diese nicht in der Lage alle notwendigen Daten zu liefern. Wir werden in dieser Sache nicht lockerlassen, die Agrarstruktur in Thüringen ist eine wichtige Zukunftsfrage. Deshalb fordern wir auch weiterhin ein Agrarstrukturgesetz für Thüringen und arbeiten an entsprechenden Vorschlägen“, so die Abgeordnete.
Müller begrüßt auch, dass die Demonstration am Samstag in Berlin bewusst das Problem der weltweiten Ökonomisierung der Landwirtschaft zum Thema macht und sagt: „Es gibt immer mehr Freihandelsabkommen, die auch auf die Landwirtschaftsbetriebe in Thüringen ökonomischen Druck ausüben und mit Blick auf den Verbraucherschutz problematisch zu sehen sind. Das aktuelle Mercosur-Abkommen mit lateinamerikanischen Staaten ist da nur eines in einer ganzen Reihe und weitere sollen folgen, zum Beispiel mit Indien. Das läuft der Notwendigkeit zur Regionalisierung aber zuwider.“

