Windenergie: Strompreise senken statt Windstrom verschwenden

Jens Thomas
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Der Thüringer Landtag hat heute einen Antrag der Fraktion Die Linke zur Teilung der deutsch-luxemburgischen Stromgebotszone beraten und auch mit den Stimmen der Brombeer-Koalition abgelehnt. „Unser Antrag hatte ein klares Ziel: die Strompreise für private Haushalte sowie kleine und mittelständische Unternehmen und das Handwerk zu entlasten“, erklärt Jens Thomas, energiepolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke. „Das heutige System führt zu einem grundlegenden Widerspruch: Industrie und Großverbraucher im Süden Deutschlands können günstigen Windstrom aus dem Norden zum gleichen Börsenpreis einkaufen, obwohl dieser Strom physikalisch oft gar nicht dorthin transportiert werden kann. Während der Handel diesen Strom rechnerisch verfügbar macht, müssen Windenergieanlagen im Norden tatsächlich abgeschaltet werden, und fossile Kraftwerke im Süden springen ein. Die entstehenden Mehrkosten werden anschließend über Netzentgelte auf alle Verbraucherinnen und Verbraucher umgelegt. Es ist nicht in Ordnung, dass Länder wie Bayern unter Ministerpräsident Söder den Ausbau der erneuerbaren Energien jahrelang ausgebremst haben und anschließend erwarten, den günstigen Windstrom aus anderen Regionen zum Einheitspreis zu bekommen.“

 

 

Durch eine Aufteilung der Stromgebotszone könnten Netzengpässe besser im Strompreis abgebildet, teure Abregelungen erneuerbarer Energien reduziert und damit Systemkosten gesenkt werden. Davon würden insbesondere Regionen mit hohem Anteil erneuerbarer Stromerzeugung wie in Ost- und Norddeutschland profitieren.

 

„Gerade für Haushalte mit geringem Einkommen sowie für kleine Betriebe und das Handwerk sind steigende Strompreise eine enorme Belastung. Wer wie die Brombeer-Koalition unseren Vorschlag ablehnt, nimmt in Kauf, dass diese strukturellen Kostentreiber im Stromsystem unangetastet bleiben“, so Thomas weiter.

 

Die Fraktion Die Linke hält an ihrer grundsätzlichen Position fest, dass Strom zur öffentlichen Daseinsvorsorge gehört und Netze langfristig in öffentliche Hand überführt werden müssen. „Solange das bestehende Marktsystem gilt, ist es jedoch politische Verantwortung, es gerechter und effizienter zu gestalten. Dafür wäre die Gebotszonenteilung ein sinnvoller Schritt gewesen.“

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