Familienfreundliche Arbeitsbedingungen für Alleinerziehende schaffen

Cordula Eger, Lena Saniye Güngör

Aus der Beantwortung zweier Kleiner Anfragen der Linksfraktion im Thüringer Landtag an die Landesregierung geht hervor, dass bereits umfangreiche Unterstützungsangebote für Alleinerziehende in Thüringen im Rahmen der regionalen und überregionalen Familienförderung zur Verfügung stehen. Insgesamt gab es laut dem Thüringer Landesamt für Statistik im Jahr 2021 rund 177.000 Alleinerziehende in Thüringen, davon 69.000 Männer und 108.000 Frauen. Hierzu äußert sich Cordula Eger, familienpolitische Sprecherin:

„Die Beantwortung der Kleinen Anfragen verdeutlicht, dass weitere Rahmenbedingungen für Alleinerziehende geschaffen werden müssen. Von den über 6.000 erwerbsfähigen Alleinerziehenden in Thüringen können nur circa 2.700 einer Erwerbsarbeit nachgehen. Das über die Hälfte der erwerbsfähigen Alleinerziehenden in Thüringen keiner Erwerbsarbeit nachgehen können, verdeutlicht, dass die gegenwärtigen Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes den Anforderungen und Bedürfnissen von Alleinerziehenden nicht gerecht werden. Es braucht familienfreundliche Arbeitsbedingungen und Arbeitszeitmodelle, die sich mit den Bedürfnissen von alleinerziehenden Müttern und Vätern decken. Daneben müsse es einen Lohn geben, der ein Leben ermöglicht, ohne auf Sozialleistungen angewiesen zu sein und somit auch die Angst vor Armut nimmt“, betont Eger.

„Es ist außerdem darauf hinzuweisen, dass vor allem Frauen alleinerziehend leben und durch fehlende Arbeitsrahmenbedingungen in den Niedriglohnsektor gedrängt werden. Dieser wiederum ist ein Einfallstor für Armut und gehört endlich abgeschafft. Wer arbeitet, muss auch davon leben können“, ergänzt Lena Saniye Güngör, arbeitsmarkt- und gewerkschaftspolitische Sprecherin, abschließend.

 

https://parldok.thueringer-landtag.de/ParlDok/dokument/92193/situation_von_alleinerziehenden_in_thueringen_teil_i.pdf

https://parldok.thueringer-landtag.de/ParlDok/dokument/92536/situation_von_alleinerziehenden_in_thueringen_teil_ii.pdf


 

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