Vertrauliche Spurensicherung in Thüringen ausbauen
In der heutigen Landtagssitzung ist unsere parlamentarische Initiative zum Ausbau der vertraulichen Spurensicherung in Thüringen in die Fachausschüsse überwiesen worden. Lena Saniye Güngör, Sprecherin für Gleichstellungspolitik der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, freut sich auf eine intensive inhaltliche Beratung: „Auf unseren Antrag zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt im Juni folgt nun der nächste Schritt. Wir als Linksfraktion haben einen weiteren Antrag zum Ausbau des Gewaltschutzes in Thüringen ins Parlament eingebracht. Konkret geht es um die vertrauliche Spurensicherung. Das ist ein Verfahren, das Betroffenen nach einer Vergewaltigung oder einem sexuellen Übergriff die anonyme Sicherung und Aufbewahrung von Beweismitteln ermöglicht.”
Derzeit ist eine vertrauliche Spurensicherung in Thüringen nur am Universitätsklinikum in Jena möglich. Dadurch entstehen Versorgungslücken, die Betroffene außerhalb von Jena erheblich benachteiligen. “Diese Lücken wollen wir schließen. Ich freue mich, dass auch die anderen demokratischen Fraktionen den Handlungsbedarf erkannt und unseren Antrag in die zuständigen Fachausschüsse überwiesen haben“, so Güngör.
Die prekäre Situation in der Bereitstellung einer vertraulichen Spurensicherung beschreibt die Abgeordnete wie folgt: „Derzeit muss eine Betroffene in Sonneberg entscheiden, ob sie den weiten Weg nach Jena auf sich nimmt, um eine vertrauliche Spurensicherung zu erhalten und das in einer Ausnahmesituation, in der ganz andere Sorgen im Vordergrund stehen. Die Alternative ist, dass Fachärztinnen und Fachärzte aus dem UKJ, die zur vertraulichen Spurensicherung befähigt sind, nach Sonneberg reisen. So oder so, ist diese Situation nicht hinnehmbar. Wir brauchen eine ortsnahe Versorgung, die Betroffenen von Vergewaltigung oder sexuellem Übergriff schnell und ohne lange Wege Zugang zur vertraulichen Spurensicherung ermöglicht.“

