Große Anfrage Gesundheitsversorgung – Güngör: Pflegekrise nicht länger verwalten, sondern politisch beantworten
„Die Zahl der Hochaltrigen steigt, binnen zwei Jahren ist die Zahl der Pflegebedürftigen gut 16 Prozent gewachsen, Personal fehlt und stationäre Eigenanteile sind inzwischen auf mehr als 3.000 Euro geklettert. Thüringen steht vor einer massiven Herausforderung, die gleichzeitig auch eine soziale Gerechtigkeitsfrage ist“, erklärt Lena Saniye Güngör, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, mit Blick auf die heutige Debatte zur Großen Anfrage ihrer Fraktion mit dem Titel „Stand und Weiterentwicklung einer vernetzten Gesundheitsversorgung im Freistaat Thüringen“ in der Sitzung des Thüringer Landtages.
Für Güngör beschreiben die Antworten der Landesregierung den Druck in der Pflege stellenweise erstaunlich klar, bleiben bei den politischen Konsequenzen aber zu oft vage. Wer steigende Bedarfe, knapper werdendes Personal, hohe Belastungen für Angehörige und explodierende Eigenanteile benenne, müsse daraus verbindliche Schritte für mehr Personal, bezahlbare Pflege und eine verlässliche Steuerung ableiten. Dazu die Abgeordnete weiter: „Wir erwarten, dass das angekündigte Pflegeentwicklungsgesetz genau daran gemessen werden kann, ob es Probleme nur beschreibt oder endlich spürbare Entlastung organisiert. Pflege darf nicht arm machen.“

