Verschleierung des antidemokratischen und rassistischen Charakters der „Deutschen Burschenschaft“ beenden
„Nun sollte jeder begriffen haben, dass die Deutsche Burschenschaft kein Platz für Demokraten ist“, reagiert Martina Renner, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, auf Veröffentlichungen des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL am heutigen Tag.
Demnach gilt innerhalb des Akademikerverbandes „Deutsche Burschenschaft“ als Voraussetzung für eine Mitgliedschaft im Verband die Zugehörigkeit „zum deutschen Volk“. Sie wird – ganz offenbar in nationalsozialistischer Tradition stehend – rassistisch bestimmt. Auf dem sogenannten „Burschentag“ des Verbandes, der an diesem Wochenende in Eisenach stattfindet, steht unter anderem der Ausschluss einer „Burschenschaft“ aus dem Dachverband der „Deutschen Burschenschaften“ auf der Tagesordnung, die ein Mitglied aufgenommen haben, dessen Eltern chinesischer Herkunft sind.
„Die Deutsche Burschenschaft und die darin organisierten Verbindungen stehen für eine autoritäre, nationalistische, völkische und strukturkonservative Tradition. Aufgrund der politischen und personellen Überschneidungen zur extremen Rechten hat die Deutsche Burschenschaft eine Scharnierfunktion zwischen Konservatismus und Neonazismus“, so Renner. Die nun bekannt gewordene rassistische „Abstammungslehre“ der „Deutschen Burschenschaft“ bestätige diese Einschätzung. Bundesweit stünden zudem mehrere Burschenschaften unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.
In der Vergangenheit hatten mehrfach Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker an Veranstaltungen und Festveranstaltungen der „Deutschen Burschenschaft“ teilgenommen und ihr so einen demokratischen Charakter verliehen. Renner fordert, „die Verschleierung des antidemokratischen, rassistischen und völkischen Charakters der Deutschen Burschenschaft durch Teilnahme an Veranstaltungen oder gar Grußworte zu beenden“.
Renner zeigt sich zudem verwundert, dass die Thüringer Landesregierung erst jüngst nicht bereit oder in der Lage war, eine Anfrage zu dem Thema qualifiziert zu beantworten.
- Spiegel Online: Burschenschafter streiten über "Ariernachweis"
