Thüringer Initiative der Solidarität mit den Familien der von den Thüringer Naziterroristen Ermordeten
Bodo Ramelow, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Thüringer Landtag, begrüßt es sehr, dass der "von uns unterbreitete Vorschlag einer Thüringer Initiative der Solidarität mit den Familien der von den Thüringer Naziterroristen Ermordeten bei Ministerpräsidentin Lieberknecht umgehend auf positive Resonanz getroffen ist und ein solch wichtiges Signal von Thüringen ausgehen wird".
Ramelow und seine Stellvertreterin Martina Renner, die auch stellvertretende Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses ist, hatten sich in dieser Woche mit einem Schreiben an die Landesregierung gewandt, denn "während die Angehörigen der Opfer mit großem Schmerz erleben müssen, wie schwerfällig der NSU-Prozess anläuft und sich für sie die Kosten für ihre Teilnahme an den Verhandlungen in München summieren, muss der Staat für die Täter-Anwesenheit aufkommen", so Bodo Ramelow. "Hier könnte der Freistaat Thüringen, vertreten durch die Landesregierung, ein deutliches und klares Zeichen setzen. Wir schlagen deshalb vor, dass, so wie die Evangelische Kirche in Bayern, auch das Land Thüringen eine klare Kostenübernahme für die An- und Abreise und für die Übernachtung der Familien der Opfer übernimmt", heißt es im Brief der Linkspolitiker.
Frau Lieberknecht habe ihm heute ein entsprechendes Thüringer Signal angekündigt, sagt Ramelow und unterstreicht, wie wichtig es ist, dass es "zu einer wirksamen Unterstützung aus Thüringen für die Opferangehörigen noch in der Starphase des Prozesses" kommt. Es sei ein "gutes Zeichen", dass es hierbei "in Thüringen keinen Parteienstreit gibt und dass die Opfer und ihre Angehörigen im Vordergrund stehen", betont der Fraktionsvorsitzende.
Ramelow und Renner hatten in ihrem Brief auch an den Vorschlag, einen Platz des Gedenkens in Thüringen zu entwickeln, erinnert: "Hierzu wäre jetzt ebenso die Zeit gekommen, denn an den Orten der Ermordungen werden zurzeit Zeichen des Gedenkens gesetzt. Sei es durch mahnende Steine, Inschriften und Tafeln oder durch Umbenennung von Straßen und Plätzen. Hier in Thüringen müssten wir ein anderes Zeichen setzen und auch deutlich machen, dass uns als Freistaat eine große Verantwortung aus dem Geschehen erwächst."
