Rostock-Lichtenhagen steht für eine Vielzahl von rassistischen Morden und Gewalttaten

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Anlässlich des 20. Jahrestages des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen, erklärt Martina Renner: „Rostock steht für eine Vielzahl von rassistischen Morden und Gewalttaten, von denen die Berliner Republik von Anbeginn erschüttert wurde und bis heute wird.“ Die innenpolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der LINKEN betont die gesellschaftliche Notwendigkeit, sich Neonazismus und Demokratiefeindlichkeit, aber auch dem Alltagsrassismus entschieden entgegen zu stellen.
 
„An diesen fünf Tagen im August 1992 erreichte die Welle rassistischer und nazistischer Gewalttaten nach der Wiedervereinigung ihren traurigen Höhepunkt. Angefeuert von tausenden Anwohnern konnte ein Mob aus lokalen und zugereisten Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet, nahezu ungehindert versuchen, einige Hundert zumeist rumänische Asylsuchende und vietnamesische Vertragsarbeiter zu ermorden", so Renner weiter. Aber nicht nur das Treiben der Neonazis und großer Teile der Lichtenhagener Bevölkerung, die mit Imbisswagen und Bierstand dem Pogrom geradezu Volksfestcharakter verlieh, sei schändlich gewesen. Die Stadt Rostock und die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns pferchten 400 Asylsuchende unter menschenunwürdigen Bedingungen in einer völlig überfüllten Unterkunft ein, verweigerten jedwede Abhilfe und schürten somit sehenden Auges die Gewalt. Die Polizei war mitunter nicht präsent und überließ am 24. August über hundert Menschen einfach dem tobenden Mob. Eine Kundgebung von Personen, die den Angegriffenen zu Hilfe eilen wollten, wurde hingegen mit brutaler Gewalt auseinander getrieben.

Politiker, wie der Bundesinnenminister Seiters, der sich in Stellungnahmen lediglich um das Ansehen Deutschlands zu sorgen vermochte, betrieben im Nachgang eine beispiellose Kampagne, die in der faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl durch den Deutschen Bundestag mündete. „Die ekelhafte ‚Das Boot ist voll’-Rhetorik von NPD und Republikanern über die CDU bis zur SPD im Verein mit dem nahezu sanktionslos gebliebenen Auftreten rechter Schläger- und Mordbanden überall in der Bundesrepublik schufen genau das Klima, in dem sich Neonazis als ausführendes Organ des vermeintlichen von breiten Schichten getragenen eleminatorischen Rassismus fühlen durften. Hier wurde der Grundstein gelegt für das Entstehen von rechten Terrorzellen, wie dem NSU“, sagt Renner.
 
Es sei gut und richtig, dass am 20. Jahrestag dieses Mentekels einer offenen und demokratischen Gesellschaft eine Demonstration in Rostock an das Geschehen erinnert und vor allem eine ständige und engagierte Auseinandersetzung mit Neonazismus aber auch Alltagsrassismus anmahnt und eine am Gleichheits- und Solidaritätsbegriff orientierte staatliche Flüchtlingspolitik fordert.

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