Rechtsextreme "Gesellschaft für freie Publizistik" sucht sich offenbar erneut Thüringer Tagungsort

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Am kommenden Wochenende hat die "Gesellschaft für freie Publizistik" (GfP) zu ihrem Jahreskongress 2013 eingeladen. Unter einem europafeindlichen Motto lädt man gewohnt konspirativ in ein "kleines, rustikales . Hotel" "im Herzen Deutschlands" ein. Nur TeilnehmerInnen, die sich verbindlich anmelden, erfahren den Tagungsort, an dem sich "der uns gewogene Hotelier" "wieder" freut, alte und neue Nazis "in seinem Romantikhotel begrüßen zu können".

"Dass es sich bei dem Tagungsort um das Hotel ,Romantischer Fachwerkhof' in Kirchheim handelt, dafür spricht neben der Beschreibung auch die Tatsache, dass der Jahreskongress dort bereits drei Mal, zuletzt im Mai 2012, veranstaltet wurde", so die Landtagsabgeordnete Sabine Berninger.

"'Geschichtsrevisionistisch' ist eine für die seit 1960 bestehende GfP treffende, aber eigentlich unzureichende Beschreibung. Sie ist ein Sammelbecken alt- und neonazistischer PublizistInnen, VerlegerInnen, RedakteurInnen, die maßgeblich den theoretischen Grundstein für die menschenfeindliche Ideologie der Neofaschisten liefern", beschreibt Kreistagsmitglied (Ilmkreis) Madeleine Henfling die GfP. Die Landtagsabgeordnete Martina Renner ergänzt: "Die Referentenliste liest sich - wie schon in den vergangenen Jahren - wie das who-is-who europäischer publizierender Geschichtsrevisionisten und Rechtsextremisten." Da der diesen Alt- und Neoazis gewogene Hotelier nur begrenzt Hotelbetten anbieten kann, verspricht man den sich verbindlich anmeldenden TeilnehmerInnen eine Liste guter Hotels im Umkreis von 5 bis 10 Kilometern.

Martina Renner (DIE LINKE), Sabine Berninger (DIE LINKE) und Madeleine Henfling (Bündnis 90/Die Grünen) haben sich deshalb mit einem Schreiben an infrage kommende Hotels und Pensionen der Region sowie den Hotel- und Gaststättenverband gewandt, um vor dieser Kundschaft zu warnen. "Selbstverständlich können wir niemandem vorschreiben, mit welcher Art Gästen Verträge abgeschlossen werden, aber gewarnt sein sollen die BetreiberInnen dennoch. Möglicherweise macht ja das Beispiel des Dresdener Hotels Holiday Inn (das 2007 NPD-Funktionären Buchungen absagte, (http://www.welt.de/politik/article1313895/Hotel-will-keine-NPD-Politiker-beherbergen.html) auch in unserer Region Schule. Das wäre eine große Unterstützung für die in Kirchheim gegen Rechts engagierten Bürgerinnen und Bürger", so die PolitikerInnen.


 

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