Neonazis nutzen Volkstrauertag für braune Propaganda
Zum bereits zehnten Mal "zelebrieren" NPD und so genannte freie Kräfte gemeinsam ein Heldengedenken in Friedrichroda. Anlass ist der Volkstrauertag am 18. November 2012.
"Damit stellen sich Thüringer Neonazis bewusst in eine Traditionslinie mit dem verbrecherischen System des deutschen Nationalsozialismus. Grundtenor ist dabei die Leugnung der Verbrechen der Wehrmacht und die Verherrlichung der Täter einschließlich der Waffen-SS", erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Martina Renner.
Erst am vergangenen Wochenende habe in Jena ein so genanntes Zeitzeugengespräch mit Kriegsteilnehmern der Wehrmacht und der Waffen-SS stattgefunden bei dem - so die Berichterstattung - die ehemaligen Kriegsteilnehmer "neben prägenden Kriegserlebnissen, seien es Häuserkämpfe in Warschau, Panzerschlachten in Russland oder einfach nur der gemütliche Besuch in Frankreich, . ihre Anekdoten" mit den die Veranstaltung organisierenden Neonazis teilten. Verbrechen der Wehrmacht und der verbrecherische Charakter des Vernichtungskrieges seien zurückgewiesen worden.
"Es ist wenig nachvollziehbar, wie eine solche Verherrlichung von Verbrechen zum Charakter des an eigentlich an die ,Kriegstoten und Opfer aller Nationen' erinnernden stillen Gedenktages durch die Versammlungsbehörde als passend angenommen werden kann. Es stellt sich damit auch die Frage, warum es für Neonazis so leicht ist, den Volkstrauertag für ihre Propaganda zu nutzen. Eine Debatte über den Charakter des Volkstrauertages und dessen Begehen in der Bundesrepublik ist daher unausweichlich", so Renner.
Im vergangen Jahr haben Neonazis in Thüringen zahlreiche Veranstaltungen am Volkstrauertag durchgeführt oder an offiziellen Veranstaltungen teilgenommen und sind dort teilweise geduldet worden.
Antifaschistische Gruppen haben für Sonntag, 15.30 Uhr, Bahnhofsvorplatz in Friedrichroda, zu Protesten gegen den Naziaufmarsch aufgerufen.
