LINKE-Migrationspolitikerin ist empört über Verwendung des ‚Rasse’-Begriffes
Über die Verwendung des Begriffes der „Rasse“ im aktuellen Gesetzgebungsverfahren ist die migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Sabine Berninger, empört. Die Koalition von CDU und SPD nehmen im novellierten Personalvertretungsgesetz ein Verbot der Diskriminierung von Menschen „aufgrund ihrer Rasse und Abstammung“ auf. Ein Änderungsantrag der Fraktion DIE LINKE, der ein Verbot der Diskriminierung wegen der Herkunft zum Inhalt hatte, wurde im Innenausschuss abgelehnt.
„Wer Diskriminierung aufgrund der Rasse ausschließen will, setzt voraus, dass es Rassen gibt. Dies ist nicht nur wissenschaftlich längst widerlegt, es ist auch politisch höchst problematisch. Der Begriff der ‚Rasse’ suggeriert nicht vorhandene biologische Unterschiede zwischen Menschen, die in der Vergangenheit zu Abwertungen von Menschen, zu einem biologisch konstruierten Rassismus bis hin zu seiner menschenverachtendsten Form, dem Holocaust, führte. Im 21. Jahrhundert derartig unwissenschaftliche und politisch höchst problematische wie brisante Begriffe zu verwenden, ist eine größere Diskriminierung von Menschen an sich, als die, die mit der Vorschrift verhindert werden sollte“, so Berninger.
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben unter anderem belegt, dass die Unterteilung des Menschen nicht zu rechtfertigen ist. Auch wurde deutlich, dass etwaige genetische Unterschiede bei Menschen innerhalb einer geographischen Population größer sind. Wolf Wagner, ehemaliger Professor an der Fachhochschule Erfurt, bezeichnete den Begriff der ‚Rasse’ als „verrückte Annahmen“.
„In Kenntnis des Thüringen-Monitors, nachdem über 50 Prozent der ThüringerInnen die Bundesrepublik für in einem gefährlichen Maße überfremdet halten, wäre es dringend erforderlich, wissenschaftlich widerlegte behauptete Unterschiede zwischen Menschen nicht gesetzlich immer wieder zu konstruieren und zu manifestieren, sondern mit den verheerenden Theorien vergangener Jahrhunderte endgültig zu brechen“, so Berninger abschließend.
