Kein Platz für Neonazis im Sport!

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Um Kampfsport zu trainieren, haben Erfurter Neonazis einen eigenen Sportverein gegründet - das berichtete am Wochenende der Blog "publikative.org". Vorstand und Aktive des "Gemeinschaftssportverein GSV Mach dich Fit e.V" bestehen zum Großteil aus öffentlich bekannten Aktivisten der rechten Szene und Funktionären des neonazistischen Vereins "Pro Erfurt e.V.", wie Sitzungsprotokolle des Vereins belegen. Er agiert unerkannt bereits seit knapp eineinhalb Jahren und ist heute Mitglied im "Stadtsportbund Erfurt" und dem "Landessportbund Thüringen". Dazu erklärt Martina Renner, Innenexpertin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag:

"Wenn einschlägig bekannte Neonazis einen Verein gründen, um gemeinsam Kampfsport zu trainieren, dann sollten alle Alarmglocken schrillen. Denn hier geht es offenbar nicht um harmlose Freizeitgestaltung, sondern darum, sich für Gewalt fit zu machen. Dass der rechtsextreme Verein auch noch Mitglied im Stadtsportbund Erfurt und dem Landessportbund Thüringen werden konnte, schlägt dem Fass den Boden aus."

Offenbar haben alle Frühwarnsysteme versagt, denn bisher wurde vor dem Verein nicht gewarnt. "Wieder einmal ließ man engagierte Bürger und Verbände ins offene Messer laufen. Aus den Fehlern der letzten Jahre, als Thüringer Rechtsextreme gezielt Vereine gründeten und unterwanderten, wurde nichts gelernt", kritisiert Frau Renner. Die Landesregierung und der Sportbund müssten sich die Frage gefallen lassen, ob sie genug dafür tun, um rechtsextreme Unterwanderung zu erkennen und zu verhindern. "Insbesondere ist zu fragen, ob Broschüren, Schulungen und hauptamtliche Beauftragte in den Verbänden ausreichen oder ob es nicht an der Zeit ist, auch dort die unscharfe und realitätsferne Extremismusbekämpfung beiseite zu legen und sich endlich einer tatsächlich wirksamen Auseinandersetzung mit Ideologie und Praxis der Neonazis zu widmen", so die Innenpolitikerin weiter.

Mit einer Anfrage an die Landesregierung will DIE LINKE im Thüringer Landtag nun in Erfahrung bringen, ob und seit wann den Behörden der rechtsextreme Kampfsportverein bekannt ist, warum der Geheimdienst den Verein in seinen öffentlichen Berichten bisher nicht genannt hat und wie die Regierung in Zukunft Vereine und Verbände besser unterstützen will, um sie vor Unterwanderung durch Rechtsextreme zu schützen.


 

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