Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus: Wehret den Anfängen!

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"Die Erinnerung an die Menschen, die durch den Nationalsozialismus ermordet und in den Lagern vernichtet wurden, wird weiterhin ein wichtiger Teil deutscher Verantwortung dafür sein, der Gefahr der Wiederholung wachsam entgegenzuwirken", sagt Bodo Ramelow, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, angesichts des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar.

Die Geschichte habe gezeigt, "wie schnell aus Nationalstolz sowie rassistischer und antisemitischer Ausgrenzung massenhaft begeisterte Zustimmung zu Vernichtungskrieg und Ermordung von Millionen Menschen wurde. Das Leid, das der Nationalsozialismus über die Welt gebracht hat, wird für immer mit Deutschland verbunden bleiben".

Der LINKE-Politiker mahnt, dass regelmäßige Bekenntnisse an Gedenktagen nicht darüber hinwegtäuschen dürfen, dass die Einstellungen, die den Nationalsozialismus in diesen verbrecherischen Ausmaß erst ermöglicht haben, heute nach wie vor gesellschaftlich verbreitet und verankert sind. "Wehret den Anfängen meint nicht nur, Nazis immer und überall entgegenzutreten. Wehret den Anfängen meint insbesondere, jeder Einstellung entgegenzuwirken, die den Boden für eine neonazistische Ideologie bereitet. Ausgrenzung und Diskriminierung wegen Herkunft, Weltanschauung oder Glauben, ob durch Menschen im Alltag oder staatliche Institutionen, muss sich eine demokratische Gesellschaft widersetzen."

Bodo Ramelow erinnert in diesem Zusammenhang an die erschreckend hohe Zustimmung zu Überfremdungsthesen in Thüringen, die der Thüringen Monitor alljährlich offenbart, wie auch an die Debattenbeiträge vieler PolitikerInnen in der Eurokrise, geprägt von Nationalchauvinismus und rassistischen Ressentiments gegen Menschen Südeuropas und losgelöst von jeder ökonomischen Expertise zu den Ursachen der Krise des Kapitalismus.


 

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