Erinnerung und Mahnung durch Gedenkort
Anknüpfend an die Aussagen von Christine Lieberknecht, die am Tag der Deutschen Einheit auf die Zäsur für Thüringen durch das Bekanntwerden des Mordzuges von Neonazis hinwies, wendet sich der LINKE-Fraktionsvorsitzende mit einem Schreiben an die Ministerpräsidentin: "Angesichts des verheerenden Naziterrors müsste in Thüringen ein würdiger Gedenkort sowie eine geeignete Form des Gedenkens geschaffen werden. Die rassistische Mordserie des NSU, der zehn Menschen zum Opfer fielen, und andere neonazistische Übergriffe sollten einen Ort der Mahnung im öffentlichen Bewusstsein und im öffentlichen Raum finden", sagt Bodo Ramelow.
Unter anderem in Kassel und in Dortmund wurden bereits Gedenkorte an die Opfer des Neonaziterrors eingeweiht. "Der so genannte Nationalsozialistische Untergrund ist in Thüringen entstanden und war eingebettet in ein Netzwerk rechtsextremer Unterstützung. Davor können wir die Augen nicht verschließen und daraus resultiert eine besondere Verantwortung. Wir stehen in der Pflicht, einerseits für eine würdige Erinnerung an die Opfer zu sorgen, gleichzeitig aber die Bürgerinnen und Bürger in Thüringen aufzufordern und zu ermutigen, sich menschenfeindlichen Ideologien entgegenzustellen", unterstreicht der LINKE-Fraktionschef und fordert die Landesregierung auf, sich der Idee für einen Gedenkort anzunehmen. Konkrete Vorschläge für eine würdige Form des Gedenkens sollten mithilfe einer öffentlichen Diskussion unter wissenschaftlicher Begleitung erarbeitet werden.
