Wertschätzung für Beschäftigte in der Pflege

Im Gespräch mit Personalrat und Vorstand des Uni-Klinikums Jena

Die beiden Jenaer Landtagsabgeordneten der Fraktion DIE LINKE Dr. Gudrun Lukin und Torsten Wolf sowie der Bundestagsabgeordnete Ralph Lenkert besuchten kürzlich den Personalrat und den Vorstand des Universitätsklinikums Jena. Das Klinikum ist einer der größten Arbeitgeber in Jena und als einzige Landeseinrichtung zugleich Forschungs- und Ausbildungszentrum, Klinik der Maximalversorgung und trägt die Verantwortung als städtisches Krankenhaus.

Die Abgeordneten informierten sich über die Pflegesituation am Klinikum, über die Bemühungen zur Gewinnung von Pflegekräften sowie vorhandene Ausbildungsmöglichkeiten. Ein Schwerpunkt war die Notwendigkeit, sowohl den Pflegeberuf als auch die Arbeit im Gesundheitsbereich attraktiver und familienfreundlicher zu gestalten. Trotz engagierter Arbeit der Klinikleitung, des Personalrates, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie steigender Beschäftigtenzahlen im Pflegebereich – 2017: 1.139,98 Vollzeitkräfte, 2018 werden es 1.173,66 sein – wirken sich auch auf Jena die bundesweiten Probleme im Zusammenhang mit der Pflegesituation, der Aus-, Fort- und Weiterbildung aus.

Die Ausbildung, die Arbeitsbedingungen und die gesellschaftliche Wertschätzung der Beschäftigten in Sozial- und Pflegeberufen müssen in den nächsten Jahren einen wesentlich höheren Stellenwert in der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik erhalten, da waren sich bei dem Treffen alle einig. Laut aktuellen Studien fehlen in Deutschland 100.000 Fachkräfte in Krankenhäusern. „Der im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung beschlossene Pflegeschlüssel für Krankenhäuser reicht bei weitem nicht aus. In Deutschland kümmert sich im Durchschnitt eine Krankenschwester um 13 Patientinnen und Patienten. Einige unserer europäischen Nachbarn sind uns da weit voraus“, so die Parlamentarier der Linksfraktion.

Darüber hinaus wurden Fragen des weiteren Ausbaus des Universitätsklinikums im 2. Teilbauabschnitt, Entwicklungsperspektiven im Landgrafengebiet, die Standortfragen in der Bachstraße sowie die Notwendigkeit von Büro-, Behandlungs- und Aufenthaltskapazitäten für Mitarbeiter und Studenten in Lobeda angesprochen. Die weitere Gestaltung der Gebäudekomplexe in der Innenstadt muss in noch engerer Abstimmung mit der Landespolitik und Stadtentwicklung diskutiert werden.

Wir danken Peter Dauel, Mitarbeiter im Wahlkreisbüro, für die Informationen.