Vorstand tagte in Treuhand-Ausstellung
Susanne Hennig-Wellsow: „Wir fordern die Einsetzung einer Enquetekommission“
Die beeindruckende Ausstellung der Rosa Luxemburg Stiftung „Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale“, die bis Ende August im Erfurter Kunsthaus zu sehen war, ist auf große öffentliche Resonanz gestoßen. Der Vorstand der Landtagsfraktion DIE LINKE führte eine Sitzung vor Ort in den Ausstellungsräumen durch.
Fraktionsvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow verwies auf die im Zentrum der Ausstellung stehenden dramatischen Erlebnisse und Erfahrungen, die Ostdeutsche Anfang der 1990er Jahre mit der verheerenden Politik der Treuhand gemacht haben, und unterstrich: „Wir werden uns mit dem Treuhand-Agieren und den für viele Menschen traumatischen Vorgängen und Folgen nicht abfinden. Wir glauben, dass das aufgearbeitet werden muss, weil diese Erfahrungen tief in das Gen der Ostdeutschen eingeschrieben sind.“
Die LINKE fordere daher die Einsetzung einer Enquete-Kommission, „damit in der nächsten Legislaturperiode die Machenschaften der Treuhandgesellschaft in Thüringen aufgearbeitet werden können“. Es gehe in diesem Zusammenhang nicht zuletzt darum, „den Ostdeutschen ein Stück Würde zurückzugeben“.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lässt Zeitzeug*innen zu Wort kommen, deren Lebensgeschichte durch das Agieren der Treuhandanstalt unmittelbar beeinflusst wurde. Sie waren zur Wendezeit beispielsweise Schlosser auf der Neptunwerft Rostock, Kranführerin im Stahlwerk Riesa, Maurer im Chemiekombinat Buna, Kumpel im Kaliwerk Bischofferode oder Fernsehelektronikerin in Oberschöneweide. Als lebensgroße Porträts treten sie den Besucher*innen in der Ausstellung buchstäblich auf Augenhöhe gegenüber und berichten von ihren Erfahrungen.
Weitere Termine und Ausstellungsorte: www.rosalux.de/treuhand

