Treuhand-Unrecht aufarbeiten! - 25 Jahre Hungerstreik in Bischofferode
Am 5. Juli zeigte der MDR den eindrucksvollen Film „Bischofferode – Das Treuhand-Trauma“. Anlass war der 25. Jahrestag des Hungerstreiks der Kali-Kumpel 1993 gegen die Schließung ihres Werks durch die „Treuhand“. Susanne Hennig-Wellsow, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag sagt: „Der Jahrestag ruft die dramatischen Ereignisse der frühen 1990er Jahre in Erinnerung. Entlassungen, Werksschließungen und das systematische Zerschlagen von Industrie sorgten für Massenarbeitslosigkeit und flächendeckende De-Industrialisierung. Die Folgen waren für die Menschen dramatisch – sie verloren Arbeit, Einkommen und Sicherheiten. Die Folgen prägen bis heute Hunderttausende Biographien. Außerdem hat Ostdeutschland noch immer zu wenigen Industrie. Die rücksichtslose Durchsetzung der Interessen westdeutscher Konzerne und neoliberaler Ideologie hinterließ immense Schäden. Der mutige Kampf der Kumpel in Bischofferode war der wohl wichtigste und entschlossenste Arbeitskampf gegen die Zerschlagung ganzer Industriezweige durch die damalige Bundesregierung aus CDU, CSU und FDP.
Heute ist es höchste Zeit, die Arbeit der Treuhand kritisch aufzuarbeiten. Das ist die Politik den Menschen in Ostdeutschland schuldig, und das forderte DIE LINKE in ihrem Bundestagswahlprogramm 2017. Hennig-Wellsow berichtet nun: „Die Linksfraktion arbeitet daran, eine effektive Form der Aufarbeitung zu finden und dafür um Unterstützung zu werben, davon konnte ich mich bei einem Treffen von ostdeutschen Politikern aus unseren Landtagsfraktionen und Bundestag überzeugen.“

