Treckerflashmob am Landtag
Ruf nach mehr Wertschätzung für landwirtschaftliche Arbeit
Die Thüringer Landwirte-Initiative „Land schafft Verbindung“ und der Thüringer Bauernverband hatten am Rande der konstituierenden Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur, Landwirtschaft und Forsten am 15. Januar zu einer Kundgebung vor dem Landtag in Erfurt aufgerufen. Ihre Idee, dazu eine Art Treckerflashmob zu veranstalten, war auf große Resonanz gestoßen. Aus allen Himmelrichtungen kamen die Landwirte mit ihren Traktoren angetuckert und nahmen geordnet Aufstellung.
Ziel der Bauern-Kundgebung war es, „die Abgeordneten, die in den kommenden fünf Jahren die Agrarpolitik in Thüringen und in Deutschland mitbestimmen werden, gleich am Tag 1 ihrer Berufung in den Ausschuss persönlich kennenzulernen, sie auf unsere Situation hinzuweisen und ihnen ein ganz klares Gesprächsangebot zu unterbreiten“.
Es ging ihnen u.a. um die Düngemittelverordnung, das Randstreifenprogramm durch die Änderung des Wassergesetzes und um die wuchernde Bürokratie. Die Verantwortlichen würden sich immer wieder gegenseitig die Themen zuschieben. Und auch die gesellschaftliche Sicht auf die Landwirtschaft und die Schwierigkeiten mit dem Weltmarkt wurden angesprochen.
Der amtierende Thüringer Agrarminister Benjamin-Immanuel Hoff (LINKE) hatte den Bauern auf der Kundgebung für ihr Kommen gedankt und betont, dass „für gute Arbeit in den landwirtschaftlichen Betrieben von den Verbrauchern auch ein fairer Preis gezahlt werden“ müsse. „Der Ruf nach mehr Wertschätzung für landwirtschaftliche Produkte ist einer großen Sorge der Bäuerinnen und Bauern geschuldet, dass sie künftig mit der Erzeugung guter Lebensmittel in Existenznöte geraten“, sagte Landtagspräsidentin Birgit Keller (LINKE). „Unsere Bäuerinnen und Bauern müssen von ihrer Hände Arbeit leben können. Dafür braucht es die Unterstützung der gesamten Gesellschaft.“
Für Irritationen hatte gesorgt, dass mit dem Schweizer Ignatz Bearth ein bekannter Protagonist der extrem rechten Szene einen Redebeitrag halten konnte. In Reaktion auf eine entsprechende Pressemitteilung der LINKE-Abgeordneten Katharina König-Preuss hatten sich der Bauernverband distanziert und auf Twitter gepostet: „Rechtsextreme missbrauchen die heutige Bauerndemo vor dem Landtag und verbreiten online Lügen.“

