Thüringen-Monitor

Langzeitstudie zu politischen Einstellungen der Thüringer Bevölkerung

Bereits zum 18. Mal wird im Landtag der Thüringen-Monitor debattiert. Am 8. November gibt es dazu eine Regierungserklärung. Die Langzeitstudie zu den politischen Einstellungen der Thüringer Bevölkerung - diesmal ist „Heimat“ Rahmenthema - wurde vom Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität im Auftrag der Thüringer Staatskanzlei erarbeitet.

Für den Thüringen-Monitor wurden im Zeitraum vom 1. Juni bis 7. Juli 2018 repräsentativ 1.057 Thüringerinnen und Thüringer telefonisch befragt. Neben der Demokratiezufriedenheit, der Demokratieunterstützung, dem Institutionenvertrauen und der politischen Partizipation der Befragten standen auch wieder rechtsextreme Einstellungen sowie die Akzeptanz von ethnischen, kulturellen bzw. sozialen Gruppen (u.a. Asylsuchenden) im Fokus.

Der Thüringen-Monitor hat sich über die Jahre zu einem wertvollen, auf repräsentativen Bevölkerungsbefragungen basierenden Gutachten etabliert, das auch über die Grenzen Thüringens hinaus große Beachtung und mittlerweile Nachahmung findet. Anlässlich der Regierungsmedienkonferenz dazu stellte Prof. Dr. Marion Reiser fest: „Die Demokratiezufriedenheit und das Vertrauen in die Kerninstitutionen der staatlichen Ordnung unserer Demokratie bleiben bei den Befragten – trotz Politikverdrossenheit und Elitenkritik – auf relativ hohem Niveau. Nach wie vor ist eine Mehrheit der befragten Thüringerinnen und Thüringer mit der demokratischen Praxis zufrieden.“

Dazu heißt es in der Studie: Die Demokratie als Staatsidee hat nach wie vor eine sehr breite Unterstützung in der Thüringer Bevölkerung. Die abstrakte Demokratieunterstützung bleibt wie bereits im Vorjahr auch im Jahr 2018 mit einer Zustimmung von 86 Prozent auf einem Höchststand. Im Gegensatz hierzu ist die Zufriedenheit mit der „Demokratie, so wie sie in Deutschland in der Praxis funktioniert“ deutlich von 65 auf 55 Prozent gesunken. Plausible Erklärungen für die gestiegene Unzufriedenheit sind die politischen Entwicklungen auf der Bundesebene wie die langwierige Regierungsbildung nach der Bundestagswahl 2017 und der „Asylstreit“ zum Zeitpunkt der Befragung. Dies bildet sich auch in einem deutlich gesunkenen Vertrauen in die Bundesregierung ab, das markant von 37 Prozent im Vorjahr auf 24 Prozent in diesem Jahr gefallen ist.

In der Demokratieunzufriedenheit spiegelt sich nach den Befunden des Thüringen-Monitors eine deutliche Kritik an den Defekten des politischen Betriebs und der dort wahrgenommenen Abgehobenheit und Selbstbezüglichkeit der Eliten und politischen Parteien wider, die im Vergleich zu den Vorjahren nochmals angestiegen ist.“