Nr. 9/2016, Seite 7: Zeigen, dass Frauen sehr gut Politik machen
Girls’Day im Thüringer Landtag: Gespräche mit Abgeordneten und Ministerinnen
Frauen im Thüringer Landtag sind vor allem bei der Fraktion der LINKEN stark vertreten. Dies wurde auch gleich zur Begrüßung der 20 Mädchen und jungen Frauen, die am 28. April aus ganz Thüringen zum Girls’Day ins Erfurter Parlament gekommen waren, und dem Kennenlernen beim gemeinsamen Frühstück deutlich.
Fraktionsvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow verwies darauf, dass von den 28 LINKE-Abgeordneten 14 weiblichen Geschlechts sind. Im Thüringer Landtag sind 37 der insgesamt 91 Abgeordneten Frauen, damit steht Thüringen sogar im Vergleich der Bundesländer an der Spitze. Die Fraktionschefin betonte: „Wir zeigen, dass Frauen sehr gut Politik machen können. Für die Zukunft wäre es doch eine prima Sache, wenn manche von Euch in unsere Fußstapfen treten könnten.“ Allerdings achte die Partei auch sehr darauf, dass Frauen mindestens die gleichen Chancen auf Führungspositionen bekommen.
Engagiert dabei waren auch die Abgeordneten der Linksfraktion Margit Jung, Vizepräsidentin des Thüringer Landtags sowie familienpolitische Sprecherin der Fraktion, Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin, Ina Leukefeld, arbeitspolitische Sprecherin, und Dr. Gudrun Lukin, Sprecherin für Verkehr und Infrastruktur. Beteiligt hatten sich auch Abgeordnete der Koalitionsfraktionen SPD und Bündnis90/Die Grünen.
Beim Rundgang durch die Fraktionen, einer Besichtigung des Plenarsaals sowie anderer Arbeitsbereiche im Thüringer Landtag gab es immer wieder Gelegenheit zu Gesprächen, wie beispielsweise mit dem Bildungspolitiker der LINKEN Torsten Wolf.
Besonders eindrucksvoll war auch der Besuch bei der Vizepräsidentin Margit Jung in ihrem Büro in der 8. Etage das Landtagshochhauses.
Sie erläuterte die Aufgaben des Parlaments, zu denen an erster Stelle die Diskussion und Beschlussfassung von Gesetzen gehört, die Breite an Themen, mit denen sich die Abgeordneten zu befassen haben, die Arbeit der Ausschüsse und auch des Landtagspräsidiums. Besonders heftig werde naturgemäß über den Landeshaushalt und die Verteilung der Gelder gestritten.
Interessant war es auch für die jungen Gäste, zu erfahren, wie Margit Jung, Kulturwissenschaftlerin und zuletzt Geschäftsführerin der Volkssolidarität in Gera als Quereinsteigerin in die Landespolitik gekommen ist. Der Girls’Day ging dann weiter mit einer sogenannten Shadowphase, in der die Mädchen als Begleiterinnen von Abgeordneten und Ministerinnen und auch des Ministerpräsidenten Bodo Ramelow unmittelbaren Einblick in den Politikalltag nahmen.
Zum Abschluss fassten die Teilnehmerinnen ihre Eindrücke zusammen. Die Schirmherrin des Girls' Day in Thüringen, die Gleichstellungsbeauftragte Katrin Christ-Eisenwinder, wird dazu eine Publikation herausgeben.
Foto: Michael Bicker
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