Nr. 23/2017, Seite 10: Frauenhäuser sind nach wie vor wichtig
„Im Rahmen des Schutzes vor häuslicher Gewalt nehmen die Frauenhäuser eine besonders wichtige Funktion ein. Deshalb müssen sie in ihrem Bestand geschützt und vor allem auch finanziell so ausgestattet sein, dass sie für alle hilfesuchenden Frauen diese Funktion erfüllen können“, betont Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der LINKE-Fraktion, und verweist auf Informationen der Landesregierung:
Im Jahr 2016 wurden 3.370 Fälle häuslicher Gewalt polizeibekannt. Es ist aber von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. In der Straftaten-Statistik schlagen im Jahr 2016 in Thüringen im Bereich der so genannten Gewalt in engen sozialen Beziehungen sieben Fälle von Straftaten gegen das Leben (Tötungsdelikte) zu Buche, 68 Fälle im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im Zusammenhang mit Gewalt, 4.109 Rohheitsdelikte und solche gegen die persönliche Freiheit sowie 492 Fälle von (anderer) Gewaltkriminalität. Die Opfer sind meist Frauen. Karola Stange fordert auch angesichts jüngst erfolgter parlamentarischer Vorstöße der AfD erneut, „jegliche ideologisch aufgeladene Angriffe von rechtspopulistischer Seite auf das bewährte Konzept der Frauenhäuser entschieden abzuwehren“.
Die Abgeordnete begrüßte es, dass die rot-rot-grüne Koalition dafür gesorgt hat, dass die Präventionsstelle gegen häusliche Gewalt - anders als die Vorgängerregierungen, die gar nichts oder nicht genug getan haben - wirksam arbeiten kann. „Schließlich ist es auch wichtig, die männliche Täterseite im Blick zu haben und dort mit Problemlösungen anzusetzen. Es ist dringend notwendig, für die aktuelle Situation in Thüringen bezogen auf unterschiedliche Themenfelder, wie Gewalt gegen Frauen und Benachteiligungen am Arbeitsplatz, im zuständigen Fachausschuss eine Bestandsaufnahme vorzunehmen und aus deren Auswertung Handlungsschritte abzuleiten. „Dazu gehört dann auch die Evaluierung von Maßnahmeplänen und Einrichtungen, denn der Bedarf von Frauen an Schutz und Unterstützung gegen Gewalt ist leider ungebrochen. Weiteres intensives Engagement ist unverzichtbar.“
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