Nr. 23/2014, Seite 6: Der 9. November - Erinnerung und Mahnung
Anlässlich des 9. November als Jahrestag bedeutender Ereignisse der deutschen Geschichte erinnerte Bodo Ramelow, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE: „Der 9. November ist ein schicksalsträchtiger Tag - ein Jahrestag zum Freuen, zum Nachdenken und zum Trauern. Vor 25 Jahren feierten die Menschen die Öffnung der Mauer und damit die Überwindung der Teilung Europas in zwei feindliche Blöcke. Doch wir sollten nicht vergessen, dass der 9. November auch für immer mit der Reichspogromnacht 1938 verbunden ist.“
Vor 76 Jahren haben die Feuerwehren den Befehl erhalten, brennende Häuser nicht zu löschen und die Polizei die Order, schwerste Straftaten zu dulden. Menschen sind überfallen, viele von ihnen misshandelt und ermordet worden. Dies alles nur, weil sie jüdischen Glaubens waren oder jüdische Wurzeln hatten und die Häuser ihre Wohnungen, Geschäfte und Synagogen waren.
„Dass aktuell in Deutschland massiv und öffentlich gegen Ausländer und Muslime gehetzt wird, wie kürzlich in Köln, entsetzt mich. Und dass vor dem Hintergrund kriegerischer Auseinandersetzungen im Nahen Osten antisemitische Überzeugungen da und dort wieder offen propagiert werden, macht tief betroffen. Eine aktive und selbstbewusste Gegenwehr aller Demokraten ist und bleibt notwendig“, mahnte Bodo Ramelow. Der Fall der Mauer sei „neben dem Anlass zur Freude gleichzeitig Verpflichtung, den Frieden und die Einheit Europas zu wahren und sich für eine friedliche Konfliktlösung in allen Teilen der Welt einzusetzen“.
Am 9. November hatten Bodo Ramelow und die Landesvorsitzende MdL Susanne Hennig-Wellsow an der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht auf dem Jüdischen Friedhof in Erfurt teilgenommen. Gleichzeitig waren Vertreter der LINKEN, unter ihnen Margit Jung, Landtagsvizepräsidentin, bei der Veranstaltung in Vacha, wo des 25. Jahrestags des Mauerfalls gedacht wurde. Die LINKE-Fraktion bekennt sich zur Verantwortung, die aus den beiden Jahrestagen erwächst.
Dateien
- PR23-s06
PDF-Datei (60 KB)
