Nr. 2/2018, Seite 3: Linke: Glückwunsch Gregor Gysi!
„Ich war zwölf, als ich Dich 1990 das erste Mal auf einer Veranstaltung in Erfurt erlebte“, erinnert sich Susanne Hennig-Wellsow an ihre erste Begegnung mit Gregor Gysi - es war eine schwierige Zeit für die Menschen in Ostdeutschland. Nun gratulierte sie ihm als Vorsitzende der Thüringer Linksfraktion und der hiesigen Landespartei zu seinem 70. Geburtstag: „Heute bist du 70, ich 40 - und wir machen aus Überzeugung in einer Partei Politik, in der LINKEN. Danke, dass du der bist, der du bist!“
Die Linksfraktion im Bundestag hatte am 17. Januar 2018, einen Tag nach seinem Geburtstag, zu einem Empfang für ihren langjährigen Vorsitzenden, den „Haudegen der Politik“ (ARD) und heutigen Vorsitzenden der Europäischen Linkspartei in den Berliner Reichstag eingeladen. Neben vielen GenossInnen, Abgeordneten, FreundInnen und JournalistInnen war auch das gesamte Bundestagspräsidium gekommen, um Gysi zu gratulieren.
Der heutige Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Bundestag, Dietmar Bartsch, dankte in seiner Rede für Gysis politisches Wirken seit 1989/'90: „Ohne Dich wäre unsere Partei DIE LINKE undenkbar. Heute bist Du verdientermaßen einer der bedeutendsten Politiker Deutschlands.“ Bartsch erinnerte: „Wir haben seit 1990 so manche Kämpfe gegen teils erbitterte politische Gegner und selbst einen Hungerstreik gemeinsam gemeistert“. Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) war gekommen, um zu gratulieren. Er betonte in seiner Rede, Gysi sei „ein begnadeter Redner“. Es mache Spaß, seinen Reden zuzuhören, „selbst wenn man Ihre Auffassung überhaupt nicht teilt.“
Das Interesse von Menschen und Medien an Gysi ist ungebrochen. Die Zeitungen und Fernsehsender waren aus Anlass seines Geburtstags voll mit Porträts und Interviews, und seine aktuelle Autobiographie „Ein Leben ist zu wenig“ (Aufbau Verlag) schoss in kurzer Zeit auf Platz eins der Bestseller-Liste des „Spiegels“ für Sachbücher. Selbst Thüringens ehemalige Ministerpräsidentin und frühere CDU-Vorsitzende im Freistaat, Christine Lieberknecht, fand in einer Besprechung im konservativen Magazin „Cicero“ (Nr. 2/2018) lobende Worte für das Buch und warf - ganz anders als andere Vertreter ihrer Partei - einen differenzierten Blick auf die Rolle der früheren SED/PDS unter Gysis Vorsitz in den Jahren 1989/'90: „Denn zum Gelingen der friedlichen Revolution in der DDR leistete neben vielen anderen Akteuren auch die frühere SED/PDS ihren unbestreitbaren Beitrag. Eine Wahrheit, die bisher kaum in der jüngeren Geschichtsschreibung unseres Landes angekommen ist.“
„Heute feiert ein Mensch mit ganz großem Charakter seinen 70. Geburtstag. Gregor steht bis heute an der Seite der Menschen, insbesondere der Ostdeutschen“, sagte Hennig-Wellsow in ihrer Gratulation für Gysi. Sie wünschte ihm: „Alles Gute zum Geburtstag, lieber Gregor!”
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