Nr. 22/2015, Seite 10: Olympia und Jugendhilfe im Fokus des Ausschusses

Parlamentsreport

Der Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport des Thüringer Landtags war auf Arbeitsreise im Norden Deutschlands. Auf dem Programm stand eine sogenannte auswärtige Sitzung in Hamburg und Bremen.

Zwei thematische Schwerpunkte bewegten den Ausschuss: am ersten Tag der Sport, am zweiten Tag die Flüchtlingspolitik. Zuerst standen im größeren und reicheren Hamburg Gespräche beim Landessportbund und im Senat auf dem Programm. Landessportbund-Vertreter und Sport-Staatsrat Christoph Holstein informierten zur Olympia-Bewerbung Hamburgs, die, so die Vortragenden, zur Bewerbung der Bundesrepublik werden müsse.  Viele Fragen wurden beantwortet, so dass ein gutes Bild über Stand, Umfang und Risikomanagement der Bewerbung entstand. Auch zu den Erfahrungen Hamburgs bei der Integrationsarbeit im Sport waren interessante Details zu erfahren, bevor mit dem Hamburger Olympiastützpunkt der nächste Punkt der Reise angesteuert wurde.

Fazit des sportpolitischen Sprechers der Linksfraktion, Knut Korschewsky: „Es war sehr interessant, dass sportliche Großprojekte viele Möglichkeiten für städtische Entwicklungen beinhalten, aber auch Risiken bergen.“

Am zweiten Tag kamen in Bremen Fragen der Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen im Zusammenhang mit der Jugendhilfe in den Fokus, wo die Hansestadt bereits über erprobte Erfahrungen verfügt. Es war spannend zu hören, wie die Bremer Kollegen, die derzeit 3.000 sogenannten UMF (unbegleitete minderjährige Flüchtlinge) betreuen, mit den vielen kleinen und großen Aufgaben umgehen, die es, meist ohne große Vorbereitungszeit, jeden Tag zu lösen gilt. Der Besuch einer Einrichtung gab den Ausschussmitgliedern Einblicke in den Alltag der UMF, in den vorhandenen Förderbedarf, aber auch in die Vernetzung mit ehrenamtlichen Hilfeangeboten, Fragen der Überwindung sprachlicher Barrieren, der Vormundschaft und der beruflichen Förderung. Diese Eindrücke konnten bei einem längeren sehr intensiven Gespräch mit der zuständigen Senatsverwaltung und mehreren TrägervertreterInnen noch vertieft werden. Gerade von der Leistung der Jugendhilfeinstitutionen zeigten sich die Teilnehmer der Arbeitsreise beeindruckt.  Für die Arbeit in Thüringen konnten wertvolle Anregungen mitgenommen werden.

 

Dr. Steffen Kachel 

Dateien