Nr. 22/2014, Seite 9: „Immer gemeinsames Ziel gehabt“
In all dem Trubel des Neubeginns im Thüringer Landtag war die Verabschiedung langjähriger Mitstreiterinnen und Mitstreiter der Fraktion DIE LINKE am 22. Oktober und in feierlichem Rahmen eine bewegende Stunde des Innehaltens und des Dankes.
Die Abgeordneten Dr. Karin Kaschuba, Matthias Bärwolff, Heidrun Sedlacik, Maik Nothnagel, Manfred Hellmann und Dirk Möller sind in der neuen Legislatur nicht mehr im Landtag vertreten. „Und Abschied nehmen müssen wir auch von meinem Büroleiter Wolfgang Albold, der – man sieht ihm das Alter keinesfalls an – nun tatsächlich in Rente gehen wird“, betonte Bodo Ramelow mit einem großen Dankeschön nicht nur an einen seit 1994 in der Fraktion tätigen Mitarbeiter, auf den sich alle verlassen haben und verlassen konnten, - „es ist die Verabschiedung einer Institution“, sagte der Fraktionsvorsitzende unter großem Beifall (Foto rechts mit Wolfgang Albold und der ebenfalls dankenden Landesvorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow). „Wir haben gemeinsam gelacht, gekämpft, protestiert, manchmal verloren, ganz häufig gewonnen und immer ein gemeinsames Ziel gehabt“, so Bodo Ramelow, der für jeden herzliche Worte fand und an Episoden erinnerte, die sich eingeprägt haben. Wie damals in der legendären Jenaer (PDS)-Baracke, in die zum Neujahrsempfang „alles kam, was in der Stadt Rang und Namen hatte“ und in der sich Karin Kaschuba bewegte „wie auf großem Parkett“.
Oder Matthias Bärwolff, der jetzt nicht wieder kandidierte, weil er ein Studium aufnahm. Er kam 2004 mit 18 Jahren und als absolut jüngster Abgeordneter in den Thüringer Landtag. Die Kleiderordnung hat er „elegant ausgehebelt“, denn „politische Positionen und was man nach draußen vertritt, sind entscheidend“, unterstrich der Fraktionsvorsitzende und würdigte sein Engagegment für einen fahrscheinlosen Personennahverkehr.
Maik Nothnagels Themen, ihm aus eigener Behinderung ganz nah, waren Inklusion und Barrierefreiheit. Er sieht genau hin, denn manchmal sind es Kleinigkeiten, die behindern. „Denkt mal drüber nach, hat er uns ins Stammbuch geschrieben“, sagte Bodo Ramelow. Auch Manfred Hellmann, der 2009 den Wahlkreis Schmalkalden-Meiningen dem vormaligen CDU-Kultusminister Jens Goebel abnahm und nun in den verdienten Ruhestand geht, hat sich auf seinem Gebiet der kommunalen Energiepolitik profiliert. Als Bürgermeister seiner Gemeinde Viernau machte er mit der Auszeichnung Solarkommune Schlagzeilen. Ein ganz starker Kommunalpolitiker, der in Weimar stets höchste Wählerzustimmung bekommt, ist auch Dirk Möller, der als sogenannter Nachrücker 2012 in den Landtag zog. Als Sprecher für Schulpolitik und Erwachsenenbildung hat er die Arbeit der Fraktion bereichert.
A. Rudolph
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