Nr. 22/2014, Seite 10: Zukunft der Friedbergbahn

Parlamentsreport

Nostalgisches Beförderungsmittel soll touristisches Highlight werden

Auf Einladung von Ina Leukefeld weilte Dr. Gudrun Lukin (beide Fraktion DIE LINKE) in Suhl, um sich über das Projekt „Friedbergbahn“ zu informieren. Ziel war, sich die aktuelle Situation vor Ort anzuschauen und Neues über den Stand und die Zukunft der vor drei Jahren begonnenen Wiederherstellung der Friedbergbahn zu erfahren.

Deshalb trafen sich die beiden engagierten Frauen mit dem Geschäftsführer des Vereins "Dampfbahnfreunde mittlerer Rennsteig e.V.“, Manfred Thiele,  sowie mit Vereinsmitgliedern der IG Friedbergbahn, Mike Marzok und Bernd Henn, zum Vororttermin.

Seit über drei Jahren arbeitet der Verein an der Eisenbahnverbindung zwischen Schleusingen und Suhl, um die historische Strecke wieder befahrbar zu machen. Ende 2013 konnte erstmals aus Richtung Schleusingen wieder bis zum Bahnhof Friedberg gefahren werden. Jetzt wollen die Unentwegten Ende 2014 vom Bahnhof Suhl aus den Friedberg erreichen. Welcher Kraftakt das ist, ist von einer Brücke zu sehen, die über Suhl-Neundorf die Strecke überspannt. Hier sind bereits die wild und reichlich wachsenden Gehölze   entfernt. Weiter oben sehen wir noch kleine Bereiche in urwüchsigem Zustand und können uns vorstellen, welche immense Arbeit unsere Begleiter investiert haben. Am Bahndamm treffen wir auch einen Bürger aus Neundorf, der unserem Treiben interessiert zuschaut. Er packt seit geraumer Zeit mit an, denn er freut sich darauf, Züge hier wieder entlang dampfen zu sehen. Und viele andere Bürger tun das auch, wie er uns stolz berichtet.

Zwischen Neundorf und Friedberg verläuft die steilste Regelspurstrecke Deutschlands, die Eisenbahnen noch bewältigen, ein Alleinstellungsmerkmal, wie Herr Thiele stolz berichtet. Bis zu 7,06% werden hier erreicht, die ohne jegliche Hilfsmittel wie Zahnradstangen oder Seilunterstützung überwunden werden. Für Touristen sicher eine Attraktion, wenn hier wieder nostalgische Züge unterwegs sein würden. „Wir wollen erreichen, dass Südthüringen mit solchen Zügen wieder komplett befahrbar wird“, so die Vision der Vereinsfreunde. Von Suhl bis Themar oder von Suhl bis Schleusingen als Umsteigebahnhof auf die Strecke nach Schmiedefeld bzw. Bahnhof Rennsteig. So könnten nostalgische Eisenbahnfahrten als Bindeglied zwischen den touristischen Zentren fungieren. Ein Gewinn für Suhl auch als staatlich anerkannter Erholungsort, der durch ein solches Highlight sicher mehr Touristen in die Region locken würde.

Herr Thiele berichtet uns aber auch, dass der Verein vor der Inbetriebnahme die Verkehrssicherheitspflicht zu gewährleisten hat. Hier sei die Politik gefragt, solch ein tolles Projekt unbedingt zu unterstützen. Ina Leukefeld und Dr. Gudrun Lukin stehen jedenfalls hinter den Akteuren und werden sich dafür einsetzen, dass das Projekt realisiert wird. Dazu soll es im Wirtschaftsausschuss des Thüringer Landtages einbracht werden, denn dort ist über einen touristisch orientierten Schienenpersonennahverkehr (SPNV) bisher noch nicht gesprochen worden. Ich selber werde das Projekt im Stadtentwicklungsausschuss vorstellen,  um Stadtverwaltung sowie  Stadträte zu sensibilisieren.

Dass es funktioniert, zeigt die Inbetriebnahme der Strecke von Erfurt zum Bahnhof Rennsteig, die seit Mitte des Jahres bereits über 14.500 Fahrgäste verzeichnen konnte. Und unsere Vereinsfreunde der Friedbergbahn? Die würden sich über weitere Mitstreiter sehr freuen, denn es ist noch viel zu tun…

Ilona Burandt           

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