Nr. 22/2013, Seite 10: An einem Strang ziehen - Konferenz der Linksfraktion: Nachhaltigkeit in der Land- und Ernährungswirtschaft
„Die angeregten Diskussionen mit Fachleuten aus der Thüringer Land- und der Ernährungswirtschaft bestärken uns in unserer Forderung nach einer vielfältigen und nachhaltigen Regionalwirtschaft, Verringerung der Abhängigkeit von globalen Märkten und damit einer Erhöhung der Wertschöpfung in Thüringen“, betonten die Landwirtschaftspolitikerin Dr. Johanna Scheringer-Wright und die Sprecherin für Verbraucherschutz Diana Skibbe nach der Konferenz der Linksfraktion am 2. November in den Stadtwerken in Erfurt zum Thema „Nachhaltigkeit vom Produzenten bis zum Verbraucher“.
„Deutlich wurde, dass die Interessengegensätze im Spannungsfeld zwischen Kleinbetrieben, vertreten durch die Thüringer Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft - im Foto referiert deren Vorsitzender Michael Grolm - , und Großbetrieben, vertreten durch den Thüringer Bauernverband mit seinem stellvertretenden Vorsitzenden Albert Seifert und sowie Leitern verschiedener Agrar- und Lebensmittelbetriebe, nur scheinbar bestehen“, sagte Johanna Scheringer-Wright. Sie verwies auf die während der Konferenz erneut offensichtlich gewordene Notwendigkeit, „sich aufeinander zu zubewegen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen“ am Beispiel des immer dringlicheren Erhalts der Bodenfruchtbarkeit.
Kontrovers diskutiert wurde auch die Mindestlohnfrage anhand der Forderung, dass qualitativ gute Lebensmittel bessere Preise erzielen sollen, was sich alle Verbraucher aber auch leisten können müssen – „und dies vor dem Hintergrund der immer stärker auseinander gehenden Schere zwischen Arm und Reich“, wie die Abgeordnete unterstrich.
„Die LINKE fordert eine aktive Verbraucherpolitik, die sozial gerecht und ökologisch nachhaltig ist“, erklärte Diana Skibbe. „Vor- und nachsorgender Verbraucherschutz heißt Weitblick haben, statt skandalgetriebene Politik zu machen.“
Für eine Stärkung des Verbraucherschutzes und eine wirksame Lebensmittelsicherheit seien klare Zuständigkeiten auf kommunaler und auf Landesebene notwendig, und die staatlichen Kontrollbehörden müssten ausreichend personell und materiell ausgestattet sein. „Ernährung und Verbraucherbildung sollten als Schulfach in die Lehrpläne an Thüringer Schulen aufgenommen werden“, schlägt die Linksfraktion vor.
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