Nr. 22/2012, Seite 7: Stark angefangen und dann nachgelassen

Parlamentsreport

Dr. Birgit Klaubert zum jetzt vorgelegten Kulturkonzept der Thüringer Landesregierung

Nachdem jetzt das seit langem versprochene Kulturkonzept der Landesregierung nun endlich vorliegt, hatte die Kulturpolitikerin der Linksfraktion Dr. Birgit Klaubert darauf hingewiesen, dass vor allem den beteiligten Vereinen und Verbänden für ihre Mithilfe und die Zuarbeiten aus der Praxis zu danken sei.

Sie könne der Vorstellung der kulturpolitischen Vorhaben der Landesregierung grundsätzlich viel Positives abgewinnen. „Das Konzept zeugt von einem ganzheitlichen und auch zukunftsorientierten Kulturverständnis des zuständigen Ministeriums, was ich sehr begrüße. Ebenso werden für viele Kulturfelder klare Handlungsstrategien benannt und viele Probleme auch endlich öffentlich anerkannt, die es nun zu lösen gilt.“

Als besonders positiv unterstrich die Linksfraktionärin die Schwerpunktsetzungen im Bereich der kulturellen Bildung und der interdisziplinären Vernetzung der Kulturfelder und verschiedenen Einrichtungen in den einzelnen Bereichen. Auch die in Aussicht gestellte Erhöhung der Planungssicherheit durch längere Projektförderzeiträume bei Trägern, vorrangig im Bereich der Soziokultur und der freien Szene, lässt die kulturpolitische Sprecherin der LINKEN auf praktische Verbesserungen hoffen.

„Planungssicherheit und wirtschaftlich tragfähige Strukturen müssen auch für die institutionell geförderten Einrichtungen sichergestellt werden, und zwar weit über diese Legislaturperiode hinaus. Dieses Konzept ist daher sozusagen die Grundlage für eine zukunftsorientierte und langfristige Fortschreibung des kulturellen Selbstverständnisses Thüringens“, konstatierte die Altenburger Landtagsabgeordnete. Doch offensichtlich sind die Zukunftsvorstellungen für das Kulturland Thüringen bereits während der Erarbeitung des Kulturkonzepts durch den Regierungspartner gekappt worden und der zuständige Minister ist eingeknickt. „Ich bin auch nach wie vor der Meinung, dass in Thüringen ein Kulturfördergesetz mit einem solidarischen Kulturförderausgleich sinnvoll ist, auch wenn dies im Kulturkonzept als nicht zielführend beschrieben wird. Der nun verankerte ,Kulturlastenausgleich' ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, doch der Weg zu wirklicher Kulturförderung ist lang", so Birgit Klaubert.

Sie könne „nur hoffen, dass die CDU sich nun nicht weiter auf die Rolle der Verhinderin einspielt und somit die Umsetzung der kulturpolitischen Aufgaben blockiert. Das wäre ein Armutszeugnis und ein massiver Fehler, denn die Thüringer Kulturlandschaft braucht jetzt sinnvolle Rahmenbedingungen zur Ausschöpfung ihrer Potenziale und der Kulturminister offensichtlich Rückendeckung von der Opposition“.

Auf zweiter KulturTOUR diesmal in Erfurt und Mittelthüringen

Nach ihrer ersten Tour Ende Juli zum Thema „Kulturfinanzierung und kulturelle Teilhabe im ländliche Raum“ unternimmt jetzt Birgit Klaubert ihre zweite KulturTOUR unter dem Aspekt „Interdisziplinäre Vernetzung und touristische Erschließung von Kulturstätten“ mit besonderem Schwerpunkt auf Erfurt und Mittelthüringen.

Ziel dieser thematischen Rundreise vom 31. Oktober bis 2. November ist es auch diesmal, sich mit Akteuren vor Ort zu vernetzen und Projekte, Initiativen und Kultureinrichtungen kennen zu lernen. Es werden Probleme vor Ort besprochen und gegebenenfalls durch DIE LINKE parlamentarisch begleitet. Gerade vor dem Hintergrund des jetzt veröffentlichten Kulturkonzeptes werden Perspektiven und der dringende Handlungsbedarf für die Thüringer Kulturszene auch mit Vertretern der Bundes- und Landesebene diskutiert.
Nach dem KulturTOUR-Tag am 31. Oktober in Bilzingsleben, Heldrungen, bei der Arche Nebra und beim „PanoramaTanz“ in Bad Frankenhausen geht es am 1. November in Erfurt zur Alten Synagoge mit Besichtigung des Judenschatzes und der mittelalterlichen Mikwe.
Nach einer anschließenden Gesprächsrunde zu Kulturkonzept  und Tourismusentwicklung der Landeshauptstadt findet der Tag seinen Abschluss mit der Veranstaltung „Kopf- Arbeit und Politik“ im Friseursalon „Kopf-Arbeit“ in der Futterstraße 4 (siehe Foto). Am 2. November steht ein Treffen bei der IMAGO/LAG Jugendkunstschulen auf dem Programm.

Auf der Homepage der Landtagsfraktion unter www.die-linke-thl.de kann das Online-Tagebuch der zweiten KulturTOUR eingesehen werden.                                            


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