Nr. 21/2016, Seite 8: Thüringen inklusiv - mittendrin statt nur dabei

Parlamentsreport

Unter dem wegweisenden Titel „Mittendrin statt nur dabei: Thüringen inklusiv!“ fand am 27. Oktober im Plenarsaal des Landtags der 7. Thüringer Sozialgipfel der Parität statt. Für eine inklusive Gesellschaft müssten noch viel stärker Barrieren abgebaut werden, hatte Margit Jung, Landtagsvizepräsidentin, zur Eröffnung betont. Von einem noch sehr weiten Weg hin zur gleichberechtigten Teilhabe für alle hatte Sozialministerin Heike Werner in ihrem Grußwort gesprochen. Das Thema Inklusion wurde aus sozialwissenschaftlicher Sicht in einem Impulsreferat von Prof. Dr. Ronald Lutz, Fachhochschule Erfurt, kritisch beleuchtet.

An der Podiumsdiskussion nahm – neben auch den Vertreterinnen der Fraktionen LINKE, CDU, SPD und Grüne – mit Andreas Leopold vom Erfurter Verein „Zukunft Sozialraum“ ein engagierter Praktiker aus der Sozialarbeit teil. Dabei wurde deutlich, wie vielseitig sich die Thematik Inklusion darstellt. So ging es um die Grundsätze des Bundesteilhabegesetzes, die inklusive Bildung und Förderung im Bereich der Schule und um Teilhabemöglichkeiten älterer Menschen im ländlichen und städtischen Raum.

Die darauf folgenden Workshops zu den Themen generationsübergreifende soziale Arbeit vor Ort, selbstbestimmt leben und Inklusion im Fokus von Arbeit boten eine gute Gelegenheit, die Möglichkeiten und Ansätze eines Inklusionsprozesses aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Karola Stange, sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion, erklärte: „Eine solche Veranstaltung ist ein wichtiges sozialpolitisches Instrument, um mit einer Vielzahl von Vertretern aus der Gesellschaft, aus Verbänden und Vereinen das umfassende Thema Inklusion zu diskutieren und neue Ansätze zu besprechen. Dabei geht es nicht nur um Menschen mit Behinderungen, sondern um die Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben. Dies muss noch weiter in das Bewusstsein der Menschen gelangen. Der Sozialgipfel hat dazu beigetragen,  weiter für die Inklusion zu sensibilisieren, konkrete Handlungsansätze zu erörtern und einem solch wichtigen Anliegen einen würdigen Rahmen zu bieten.“

In Vorbereitung des 7. Thüringer Sozialgipfels war Karola Stange zuvor mit einigen Vorstandsvorsitzenden, Ortsvorsitzenden und Mitgliedern des Thüringer Seniorenverbandes BRH e.V.  zu einer spannenden Gesprächsrunde zusammengekommen. Dabei ging es unter anderen um die Themen Rentenfinanzierung, Altersarmut und Altersversorgung sowie die Lohnangleichung Ost/West.

Steffi Schmidt       

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