Nr. 20/2014, Seite 9: Neun Abgeordnete mit Direktmandat
Ein besonderer Glückwünsch geht an die neun Abgeordneten - sechs Frauen und drei Männer - der Linksfraktion, die das Direktmandat gewonnen haben. Auch wenn es im Vergleich zur letzten Landtagswahl im Jahr 2009 fünf Direktmandate weniger sind, so ist doch zu konstatieren, dass diesmal der Wahlkampf in den Kreisen teilweise besonders heftig ausgetragen wurde und dass die Kandidaten der LINKEN einige bemerkenswerte Ergebnisse erzielen konnten.
Die Hochburgen der LINKEN Abgeordneten sind Gera, Suhl, Jena und Erfurt - also die größeren Städte, und mit dem überraschend von Katinka Mitteldorf, Mitarbeiterin der Fraktion, 29 Jahre, gewonnenen Direktmandat im Wahlkreis Nordhausen II (übrigens gegen die Thüringer CDU-Staatssekretärin für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Inge Klaan) kommt eine weitere wichtige Stadt hinzu. Fast ausnahmslos lagen die Wahlergebnisse der LINKEN Direktkandidaten-GewinnerInnen über den Ergebnissen für die Partei im jeweiligen Wahlkreis. Das war übrigens bei Bodo Ramelow besonders deutlich, trotzdem musste er sich in seinem (schwierigen) Wahlkreis Erfurt III mit 31,5 Prozent (fast sechs Prozent mehr als für die LINKE-Partei) Marion Walsmann, CDU, geschlagen geben.
Dieter Hausold, bei der letzten Landtagswahl bereits mit 39,6 Prozent, legte weiter zu und setzte sich diesmal mit 41,2 Prozent an die Spitze der von LINKE Kandidaten erreichten Ergebnisse. Desgleichen Ina Leukefeld in Suhl, dabei hatte es der CDU gar nichts genützt, dass sie ihren Landes-Finanzminister Dr. Wolfgang Voß ins Rennen schickte - er ging mit vergleichsweise mageren 29,5 Prozent nach Hause.
Dieter Lauinger, Landessprecher der Grünen, musste sich im, von André Blechschmidt gewonnenen, Wahlkreis Erfurt IV mit 6,8 Prozent zufrieden geben. Wenngleich die Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Landtag, Anja Siegesmund, in ihrem Wahlkreis Jena I immerhin 15,9 Prozent errang, wurde sie deutlich von Torsten Wolf überflügelt - und vor allem ließ der bis dahin als GEW-Vorsitzende in Thüringen profilierte Bildungspolitiker den amtierenden Bildungsminister Christoph Matschie weit hinter sich. Dieser musste sich mit 15,7 Prozent begnügen, das machte die Schmach für die SPD noch einmal besonders deutlich.
Ihr Direktmandat verteidigen konnte auch Margit Jung in Gera. Zwar hatte Birgit Diezel im Wahlkampf nichts unversucht gelassen, aber die CDU-Landtagspräsidentin musste sich geschlagen geben und ist damit auch aus dem Landtag raus. Unbedingt bemerkenswert sind auch die Gewinne von Karola Stange gegen die Thüringer Gleichstellungsbeauftragte Johanna Arenhövel (CDU) sowie von Susanne Hennig-Wellsow gegen den Generationenbeauftragten des Freistaates Thüringen Michael Panse (CDU).
A. Rudolph
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