Nr. 20/2012, Seite 10: Was „alte Politik-Hasen“ und Mentees verbindet

Parlamentsreport

Mentoring bei Landtagsabgeordneten erwies sich erneut als intensiv und lehrreich

Unter dem Stichwort „Mentoring“ bietet die Thüringer Landtagsfraktion DIE LINKE seit 2005 besondere Praktikumsplätze an, die anstelle der bei einem „normalen“ Praktikum üblichen Arbeit an einem bestimmten Inhalt darauf ausgerichtet sind, über mehrere Wochen eine/einen Abgeordneten bei allen Terminen und Aufgaben zu begleiten.

Die Teilnahme an einem solchen Mentoring-Programm bietet jungen Menschen weitgehende Einblicke in die Inhalte und Strukturen der Landtagsarbeit wie der Partei DIE LINKE und erweist sich für die betreuenden Abgeordneten und die sogenannten Mentees meist als außerordentlich intensiv und lehrreich.

2012 waren es sieben junge Menschen, die die Möglichkeiten des Programms ausprobierten. Traditionell lag der Hauptteil im September, vor dem Semesterbeginn an den Universitäten, und traditionell war nach der Zeit bei den Abgeordneten wieder die Möglichkeit gegeben, an einer Fortbildungswoche der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Elgersburg teilzunehmen.

Dort gab es Gelegenheit, unter Anleitung einer erfahrenen Trainerin an der eigenen Rhetorik und Kommunikation zu feilen. Ein toller Nebenaspekt war erneut die Gelegenheit, Mentees und Praktikantinnen und Praktikanten aus anderen Bundesländern kennenzulernen und sich auszutauschen, diesmal waren noch Menschen aus Sachsen-Anhalt und Hamburg dabei.
Zwei spannende abendliche Diskussionen mit MdL Matthias Bärwolff zum fahrscheinfreien Nahverkehr und mit dem LINKE-Landesvorsitzenden Knut Korschewky zum Verhältnis zwischen Politik, Parteien und Jugend rundeten die Woche in Elgersburg ab, und wer Lust hatte, konnte am Samstag, dem 29. September, noch an einem Stadtrundgang mit Steffen Kachel in Erfurt teilnehmen.

Unmittelbar danach wurde es aber noch mal richtig politisch: das Bündnis „umFAIRteilen“ hatte zu einem bundesweiten Proteststag aufgerufen. Und es war eine Selbstverständlichkeit, dass sich unter den Teilnehmern der Erfurter Aktionen auch Abgeordnete und Teilnehmer des diesjährigen Mentoring-Programms fanden. Ist es doch eine Grunderfahrung, die die alten Politik-Hasen und die jungen Menschen verbindet: allein im Parlament lässt sich dieses System nicht verändern!

Insgesamt: ein guter Verlauf und ein zünftiger Abschluss des Mentoring 2012, viele Erlebnisse und viele Aufforderungen, auch im kommenden Jahr 2013 wieder ein solches Programm anzubieten.

Dr. Steffen Kachel

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