Nr. 19/2014, Seite 3: Die LINKE hat die meisten Frauen
Die neue Landtagsfraktion der LINKEN geht mit 28 Abgeordneten in die sechste Legislaturperiode des Thüringer Landtags. Sie stellt mit den 23jährigen Christian Schaft wiederum den jüngsten Abgeordneten und mit 14 Frauen hat sie auch die meisten weiblichen Abgeordneten in ihren Reihen. Auch wenn der Anteil der Frauen im Thüringer Landtag insgesamt angewachsen ist, liegt er doch mit 35 Frauen (38,5 Prozent) gegenüber 56 Männern immer noch zu niedrig.
Wenn sich der Thüringer Landtag konstituiert - den genauen Termin hat die bisherige Landtagspräsidentin noch nicht bekannt gegeben, es war aber bei Redaktionsschluss dieses Parlamentsreports (18.9.) der 8. Oktober im Gespräch - wird die CDU-Abgeordnete Elke Holzapfel, mit 69 Jahren Alterspräsidentin, die erste Parlamentssitzung nach der Wahl eröffnen und leiten.
Der Altersdurchschnitt der jetzt 91 Landtagsabgeordneten in Thüringen liegt übrigens bei 48,5 Jahren.
Neun LINKE-Direktmandate: Die meisten Stimmen für Dieter Hausold und Ina Leukefeld
Ein besonderer Glückwunsch geht natürlich an die neun Landtagsabgeordneten der LINKEN, die sich das Direktmandat erkämpfen konnten, allen voran Dieter Hausold mit 41,2 Prozent im Wahlkreis Gera II und natürlich Ina Leukefeld, die 40,7 Prozent der abgegebenen Stimmen im Wahlkreis Suhl/Schmalkalden-Meiningen erhielt. Damit ließ die auch bei vergangenen Wahlen stets Spitzenergebnisse erzielende versierte LINKE-Politikerin den bisherigen Thüringer Finanzminister Dr. Wolfgang Voß von der CDU weit hinter sich, er landete bei lediglich 29,5 Prozent. Diese (CDU-)Rechnung ging nun ganz und gar nicht auf.
Auch eine weitere herbe Niederlage mussten die Thüringer Christdemokraten einstecken. Die bisherige Landtagspräsidentin Birgit Diezel unterlag mit 33,5 Prozent im Wahlkreis Gera I der LINKEN-Kandidatin Margit Jung, die ein Prozent mehr Stimmen erreichte und mit 34,5 Prozent erneut ihr Direktmandat verteidigen konnte. Für Frau Diezel bedeutet das aber, dass sie dem neuen Thüringer Landtag nicht mehr angehören wird, denn für die CDU ziehen aufgrund der hohen Anzahl ihrer Direktmandate (34) auch nur direkt gewählte Abgeordnete in den Landtag ein.
35 Stimmen machten den Unterschied im Ilm-Kreis I
Gut und bitter zugleich war das Wahlergebnis, das Eckhard Bauerschmidt, Direktkandidat der LINKEN im Wahlkreis Ilm-Kreis I, zu verzeichnen hatte: Es waren 36,4 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte weniger als für den jungen CDU-Kandidaten Andreas Bühl. Dieser siegte mit dem knappsten Abstand, den es bei diesen Landtagswahlen in Thüringen gab, nämlich mit 35 Wahlkreisstimmen mehr.
Eine ganze Reihe neuer Abgeordneter werden die „alten Hasen“ in der Landtagsfraktion der LINKEN bereichern: Katja Mitteldorf, bisher Mitarbeiterin in der Fraktion, die - auch zu ihrer eigenen Überraschung - das Direktmandat im Wahlkreis Nordhausen II errang. Das gelang ebenso Torsten Wolf, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, im Wahlkreis Jena I - und dies gegen keinen Geringeren als dem bisherigen SPD-Bildungsminister Christoph Matschie. Neu als Abgeordnete in der Linksfraktion sind außerdem Christian Schaft, Steffen Dittes, Steffen Harzer, Kati Grund, Rainer Kräuter und Anja Müller.
Abschließend noch ein paar Fakten zur Wahlbeteiligung: Es war die bisher niedrigste in Thüringen, denn die schon geringen 53,8 Prozent aus dem Jahr 2004 wurden diesmal mit 52,7 Prozent nocheinmal unterschritten. Die bisher höchste Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Thüringen gab es übrigens im Jahr 1994, da gingen noch 74,8 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen.
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