Nr. 18/2017, Seite 6: 380-kV-Trasse steht für verfehlte Energiepolitik

Parlamentsreport

Steffen Harzer: Und weitere Projekte zementieren die Fehlplanung in unserer Landschaft

Am 14. September ist die Starkstromtrasse durch den Thüringer Wald offiziell in Betrieb gegangen. Die 380-Kilovolt-Leitung verbindet das Umspannwerk in Bad Lauchstädt bei Halle mit dem Umspannwerk in Redwitz in Oberfranken. Für den energiepolitischen Sprecher der Linksfraktion, Steffen Harzer, und viele andere engagierte Bürger, die jahrelang gegen diese Trasse gekämpft haben, war dies ein trauriger Tag.

„Die 380-kV-Trasse durch Thüringen steht für eine völlig verfehlte Energie- und Netzpolitik. Und es werden bereits wieder Trassen durch Thüringen geplant, wieder mit der gleichen Begründung, dass angeblich Windstrom vom Norden in den Süden zu transportieren sei. Dabei war diese Begründung schon für die jetzt eingeweihte Trasse falsch“, sagte der LINKE-Politiker.

„Nicht nur dass durch die 380-kV-Trasse hauptsächlich Braunkohlestrom aus den mitteldeutschen Braunkohlerevieren transportiert wird, nun soll mit dem geplanten Südlink u.a. Strom aus Steinkohlekraftwerken an der Nordsee in den Süden geleitet und die dortige Fehlplanung in der Energieerzeugung in unserer Landschaft zementiert werden.“ Es grenze an einen Skandal, dass die bereits im vorangegangenen Planungs- und Genehmigungsverfahren vorgebrachten Anregungen, Hinweise und Kritiken „auch heute wieder nicht beachtet und einfach beiseite geschoben werden“.

Den Abgeordneten des Bundestages komme eine besondere Verantwortung zu, da sie die gesetzlichen Regelungen zum Bau des Süd- und Südostlinks durch Thüringen geschaffen haben. Er hätte erwartet, dass sich diese Politiker ihrer Verantwortung für die Region stellen und eine andere Energiepolitik vorantreiben: „Eine die Strom bezahlbar lässt und die eine Zerstörung der Natur durch die unnötigen Trassen verhindert. Wer sehen will, wie sich das angebliche Bündelungsgebot mit anderen Infrastrukturmaßnahmen auswirkt, der braucht nur mal auf den Rennsteig zu fahren und sich die sogenannte Thüringer Strombrücke anschauen. Ähnliches droht nun dem Werratal und der Rhön, daher brauchen wir einen Politikwechsel im Bundestag, der diesem Wahnsinn ein Ende bereitet und eine Energiepolitik vorantreibt, die regional, dezentral und erneuerbar funktioniert, die die Bürger, Kommunen und Stadtwerke aktiv und wertschöpfend mit einbezieht“, so Steffen Harzer.          

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