Nr. 18/2015, Seite 10: Mit der Landtagsabgeordneten Dr. Iris Martin-Gehl auf Sommertour im Kyffhäuserkreis
Wie andere Landtagsabgeordnete der Linksfraktion war auch Dr. Iris Martin-Gehl auf Sommertour vor Ort in ihrem Wahlkreis. Sie besuchte verschiedene Orte, Vereine und Einrichtungen im Kyffhäuserkreis, um einen tieferen Einblick in die Gegebenheiten und Problemlagen zu erlangen. An dieser Stelle eine kleine Auswahl der ausführlichen Berichte von Wahlkreismitarbeiter Falko Neubert, nachzulesen unter www.iris-martin-gehl.de:
Bei der TALISA in Artern: Der Name steht für die Thüringer Arbeitsloseninitiative – Soziale Arbeit e.V. Leiterin Karin Franke führt uns durch die Räumlichkeiten des 2010 bezogenen Gebäudes. Neben einer Tafel und Suppenküche gibt es auch ein Möbelsozialkaufhaus, Nähstube, Kleiderkammer sowie Möglichkeiten für Treffs von Jugendlichen, Senioren und Selbsthilfegruppen. Überhaupt ist das Angebot umfangreich, darunter verschiedene Sozialberatungen sowie Stabilisierungs-, Aktivierungs- und Integrationsmaßnahmen. Der Verein, der zu einem großen Teil auf Spenden angewiesen ist, organisiert einmal wöchentlich ein kostenloses Frühstück für die Schüler der Grundschule Tischplatt in Bad Frankenhausen. Viele Kinder, die sonst mit leerem Magen den Schultag beginnen würden, erhalten so wenigstens einmal in der Woche ein gesundes Frühstück. In den Ferien organisiert die TALISA Projekte für bedürftige Kinder in Wiehe.
Auch wenn viele Maßnahmen gefördert werden, ist der stets zu erbringende Eigenanteil eine Herausforderung. Ohne Spenden geht es gar nicht. Für Iris Martin-Gehl ist die Unterstützung von Einrichtungen und Vereinen wie der TALISA ein besonderes Anliegen. Sie möchte gern wiederkommen und beispielsweise ein Arbeitslosenfrühstück oder in der Adventszeit eine Weihnachtsfeier für bedürftige Kinder finanziell unterstützen. An diesem Tag überreicht sie einen Spendenscheck.
Betriebsbesichtigung der Firma CNC Werkzeugschleiferei und Werkzeughandel in Göllingen: Joachim Steikert ist 74 Jahre alt, doch merkt man das dem tatkräftigen Seniorchef kaum an, als er uns durch die Werkhallen seines 1977 gegründeten Unternehmens führt. Bisher habe sich noch kein Landtagsabgeordneter in seinen Betrieb „verirrt“ und er freue sich, diesen nun vorstellen zu können. Er erklärt bis ins Detail jede Funktion und Eigenschaft der Maschinen und Fertigungsprodukte. Man spürt dabei förmlich, dass hier jemand mit Stolz und Vergnügen sein Lebenswerk präsentieren kann. Begonnen hat alles zu DDR-Zeiten, erst nebenberuflich, ab 1980 hauptberuflich. Geschliffen wurden medizinische Instrumente, Fleischwolfsätze, Messer und Scheren sowie mit selbstgebauter Technik CV- und Handsägen. 1992 zog die Firma in das ehemalige Bahnhofsgebäude. Hier war endlich genügend Platz für Erweiterungen, die es gestatteten, Werkzeuge für Holz- und Kunststoff- sowie Metallbearbeitung zu schleifen. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wurde in moderne Schleiftechnik sowie neue technologische Abläufe investiert.
Mittlerweile beschäftigt das Familienunternehmen 21 Personen. Dabei bildet es seine Schneidwerkzeugmechaniker auch selbst aus. Der Betrieb hat damit die meisten Beschäftigten im Ort. Man verfolgt den Anspruch, die Löhne auf Westniveau zu zahlen. Der feste Kundenstamm verlässt sich auf die hohe Qualität der Produkte und schätzt die Flexibilität und schnellen Lieferzeiten. Mitunter können Spezialwerkzeuge innerhalb eines Tages angefertigt und geliefert werden.
„Wir sind die Schnellsten Euro-pas!“, betont Joachim Steikert. Die Auftragslage sei entsprechend gut. Die Landtagsabgeordnete war sichtlich beeindruckt von der Firmenphilosophie, die erfolgreich auf langsames aber kontinuierliches Wachstum setzt und sich dabei der Region verpflichtet fühlt. Sie hoffe auf mehr derartige Firmenkonzepte für den Kyffhäuserkreis und wünschte Herrn Steikert alles Gute für die weitere Entwicklung seiner Firma.
Jugendbegegnungsstätte und Landfrauen: Zum Abschluss unseres Besuches in Göllingen führte uns Ortsteilbürgermeister Harry Hettler (LINKE) zu seinem Herzensprojekt, der Internationalen Jugendbegegnungsstätte. Von 1992 bis 2014 wurde sie von verschiedenen Trägern betrieben und drohte dann auszulaufen. Harry Hettler setzt alles daran, die Begegnungsstätte mit neuem Leben zu erfüllen. Für weitere zwei Jahre wurden ihm nun die Mittel für die Fortführung des Hauses von der Großgemeinde bewilligt. Nun gilt es, das Projekt auf tragfähige Füße zu stellen. Die Ausgangslage scheint dafür durchaus geeignet. Besonders für Radfahrer und Wandergruppen bietet sich die Einrichtung an, liegt sie doch direkt am neuen Unstrut-Werra-Radweg zwischen Sondershausen und Bad Frankenhausen. Zahlreiche Ausflugsziele, wie das Kyffhäuserdenkmal, die Barbarossahöhle, das Panoramamuseum Bad Frankenhausen oder das Besucherbergwerk in Sondershausen, liegen bequem erreichbar. Das Haus bietet preisgünstige Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 24 Personen. Um es weiter bekannt zu machen, ist unbedingt ein Internetauftritt vonnöten, doch mangelt es im Haus sogar an einem Telefonanschluss. Herr Hettler wird also vorerst weiter um Mittel kämpfen müssen. Tatkräftig unterstützt wird er von der Bevölkerung.
Mit dabei sind auch die Göllinger Landfrauen um die Ortsvorsitzende Petra Hache. Sie betreut das Jugendprojekt und versucht zurzeit mit der Erarbeitung eines Informationsflyers dessen Bekanntheitsgrad zu steigern. Obwohl die Ortsgruppe nur noch elf Mitglieder zählt, üben sich die Landfrauen regelmäßig in traditioneller Handarbeit, bieten bei Veranstaltungen Dekorations- und Kreativwerkstätten an, organisieren Blutspenden und veranstalten Ausflugsfahrten. Auch hier überreichte Iris Martin-Gehl einen Spendenscheck. Sie lud zudem die Ortsgruppe zu einer Fahrt in den Thüringer Landtag ein.
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- PR18 S10
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