Nr. 17/2016, Seite 9: Brückenbauer beim Fest der Brüderlichkeit

Parlamentsreport

Der Thüringer Landtag zog mit einem SHUK ACHAVA die Gäste in seinen Bann

Landtagspräsident Christian Carius hatte gemeinsam mit den ACHAVA Festspielen Thüringen am Samstag, den 3. September, zum SHUK ACHAVA – einem Tag mit Literatur, Musik, Kabarett, Kulinarik, Aktivitäten für Kinder sowie der Eröffnung der Wanderausstellung „Israelis und Deutsche. Die Ausstellung“ – eingeladen und damit das Thüringer Landesparlament in Erfurt einem ganz besonderem Fest der Kulturen geöffnet. Dessen Faszination zog große und kleine Gäste, viele Jugendliche waren unter ihnen, in ihren Bann.

Nach den Vormittagsrunden zum Thema „Israel anders kennenlernen“ mit mehreren Podiumsgesprächen und Vorträgen war zur offiziellen Eröffnung des SHUK ACHAVA, was auf hebräisch soviel wie Markt der Brüderlichkeit bedeutet, viel vom Aufeinanderzugehen und Neugierigsein die Rede. Ministerpräsident Bodo Ramelow betonte: „Es gibt keine Alternative zu Dialog, Toleranz, Begegnung und Miteinanderreden – und das Beste ist, über Kultur miteinander zu kommunizieren.“

Die Vorstellung der Musik-Kabarettistin Anna Mateur im Plenarsaal war ein beredtes Beispiel dafür. Für ihre mit beißendem Humor gespickte Vorstellung gab es immer wieder tosenden Applaus. Auf hohem Niveau auch die ihr folgende Band „Criss Cross Strings - Friedemann Eichhorn & Friends“ mit Jascha Nemtsov am Piano und ihren Herz berührenden Stücken aus Film, Pop und Klassik.

Und zwischendurch sehr nachdenkliche Podiumsdiskussionen mit „Brückenbauern“ aus Israel und Deutschland und ihren persönlichen, bewegenden Erfahrungen. Immer wieder machten die Gäste halt an den Stationen der Ausstellung im Zwischengang des Landtagsgebäudes. Sie ist ein eindrucksvoller Beitrag  zu dem Anspruch, der an diesem Tag mehrfach formuliert wurde: Es gelte, das Bewußtsein für die Einzigartigkeit der deutsch-israelischen Beziehungen zu bewahren.

„Politik und Bürger - Brücken bauen erforderlich“, dazu diskutierten im Plenarsaal Vertreter der Landtagsfraktionen. Mit dabei die LINKE-Fraktionsvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow, sozialisiert, wie sie betonte „mit der klaren Haltung ‘Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg’“. Sie verwies auf die lange Geschichte von Judenfeindlichkeit und Antisemitismus und darauf, wie wichtig es ist, dass die Auseinandersetzung mit solchen Einstellungsmustern nicht nachlassen darf.

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