Nr. 17/2015, Seite 8: Familien unterstützen - Koalitionsfraktionen im Thüringer Landtag hatten zum Fachgespräch eingeladen

Parlamentsreport

Die Abgeordneten der Koalitionsfraktionen, Karola Stange (DIE LINKE), Birgit Pelke (SPD) und Babett Pfefferlein (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßten  die Offenheit und Beteiligung der eingeladenen Vereine, Verbände und Kommunen während des Fachgesprächs am 20. August im Thüringer Landtag zu „Unterstützungsmöglichkeiten für Mehrkindfamilien“, zu dem sie eingeladen hatten und aus dem sie eine Vielzahl an Handlungsaufträgen mitnahmen.

„Neben höheren finanziellen Belastungen, mit denen diese Familien fertig werden müssen, brauchen sie oft eine größere Wohnung, ein größeres Auto und werden mehr familiär in Anspruch genommen als Familien mit nur einem Kind “, erläuterte Babett Pfefferlein, familienpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die Situation von Mehrkindfamilien zu Beginn der Veranstaltung.

Sie verwies  dabei auf den „2. Thüringer Familienbericht" vom November 2014. Danach sei die Zahl der Familien mit drei und mehr Kindern mit 5,9 Prozent aller Familien (ca. 12.000 Familien) gleich geblieben. Familien mit mehreren Kindern stünden im Lebens- und Arbeitsalltag vor besonderen Herausforderungen. „Als Gesprächspartner von SPD, LINKE und Bündnis 90/Die Grünen wurden explizit Familien, Vereine, Verbände und Kommunen eingeladen, die sich tagtäglich mit den Interessen und Bedürfnissen von Familien mit Kindern beschäftigen“, so Karola Stange, sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion. Neben der grundsätzlichen Frage nach Unterstützungsmöglichkeiten für Mehrkindfamilien waren auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Nutzung kostenpflichtiger Freizeitangebote, Gebührenordnungen auf Landesebene und verschiedene Beratungsmöglichkeiten für Familien Themen der Diskussion.

„Die Wünsche der Familienvertreterinnen und -vertreter an die Politik reichten von umfassenden Ermäßigungen bei der Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs und dem Besuch öffentlicher Einrichtungen über eine größere Transparenz bei der Berechnung von Kita- und Hortgebühren bis hin zum Erhalt der guten Thüringer Beratungsstrukturen“, so Birgit Pelke, familienpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.

„Um ein familienfreundliches Thüringen für die Menschen in allen Regionen zu erreichen, haben wir im Koalitionsvertrag ein Programm ‚Solidarisches Zusammenleben der Generationen‘ vereinbart“, erklärte Birgit Pelke. Damit sollen familienunterstützende Leistungen in den Kommunen gemeinsam mit den familienpolitischen Akteuren konzipiert werden.

„Wir als familienpolitische Sprecherinnen wünschen uns von den Ministerien, dass bei der Erarbeitung von Richtlinien und Verordnungen verstärkt auf deren Familientauglichkeit geachtet wird“, so Karola Stange. „Das Fachgespräch war ein Auftakt für weitere Gespräche im Rahmen einer neuen Kommunikationskultur zwischen Politik, Verbänden und Kommunen. Ziel ist es, die Unterstützungsmöglichkeiten für Familien mit mehreren Kindern auszuloten, um im Laufe der Legislaturperiode Wege zur Verbesserung der Situation dieser Familien zu erreichen“, sagte Babett Pfefferlein.

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