Nr. 17/2015, Seite 10: Zukunftsfähigkeit der Theaterlandschaft sichern
MdL Katja Mitteldorf: „Wir stehen zu unseren Theatern und Orchestern“
„Seit einiger Zeit werden sehr intensive Gespräche zwischen der Landesregierung, den Trägerkommunen und den Theatern und Orchestern geführt, um gemeinsam die Zukunftsfähigkeit unserer Thüringer Theaterlandschaft auch über die nächsten fünf Jahre hinaus zu sichern“, sagte die stellvertretende Vorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Landtag, Katja Mitteldorf. „Sobald die Gespräche abgeschlossen sind, wird das gemeinsam und auf Augenhöhe erarbeitete Konzept vorgelegt werden.“
„Die Zeit bis dahin sollte allen handelnden Personen auch gegeben und nicht reflexartig nach einer Presseveröffentlichung (Thüringische Landeszeitung vom 20. August) nach Ergebnissen gerufen werden, die noch gar nicht vorliegen“, so die Abgeordnete mit Blick auf eine Pressemitteilung der CDU-Fraktion vom gleichen Tag.
Bis dato habe sich die CDU auch eher wenig für die kulturpolitische Entwicklung interessiert. „Als sie noch einen Kulturminister stellte, war das einzige kulturpolitische Konzept der CDU eine Kürzung des Gesamtetats um zehn Millionen Euro. Hier von ‚einfühlsamer Kulturpolitik‘ zu sprechen, ist eine Farce und ein Schlag ins Gesicht der Intendanten und Theatermacher, die sich sehr engagiert seit vielen Monaten in Arbeitsgruppen mit der Frage der zukünftigen Theater- und Orchesterstruktur beschäftigen. Vielleicht sollte der CDU-Abgeordnete Jörg Kellner nicht nur Zeitung lesen, sondern sich auch mal persönlich mit den Theatermachern unterhalten.“ Wie „einfühlsam“ die CDU-Fraktion wirklich mit der Kultur umgehe, sei auch daran zu erkennen, dass sie beim Landeshaushalt 2015 Mittelkürzungen im Kulturbereich beantragt hatte.
Katja Mitteldorf verwies auf den Koalitionsvertrag, „in dem eindeutig festgehalten ist, dass wir die Mittel für die Theater und Orchester verstetigen werden und alle produzierenden Standorte erhalten wollen. Ich finde, der Weg des Trialogs ist richtig und fruchtbringend. Mögliche Diskussionsstände gehören daher auch nicht in den öffentlichen Raum. Wir stehen zu unseren Theatern und Orchestern und unterstützen die Landesregierung in ihrem Kurs, die Gespräche auf Augenhöhe weiter zu führen“.
„Kein Lob des Status quo“
Unter der Überschrift „Kein Lob des Status quo“ hat sich Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Chef der Thüringer Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, als Freitag-Community-Mitglied am 20. August in einem ausführlichen Beitrag (https://www.freitag.de/autoren/benjamin-immanuel-hoff/kein-lob-des-status-quo) geäußert. Er schreibt u.a.:
„Seit Beginn des Jahres führt die Staatskanzlei mit den kommunalen Trägern und Theaterintendanten Gespräche über die von allen Beteiligten gesehene Notwendigkeit von Strukturveränderungen zur Sicherung von Qualität und Angebot. Ziel ist es, langfristig stabile Strukturen zu schaffen sowie Finanzierungssicherheit und Tarifgerechtigkeit herzustellen. Ein Umbau soll behutsam und ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Grundlage der Gespräche mit Intendanten und Kommunen war und ist die Vereinbarung, dass zunächst in einem nichtöffentlichen Raum unterschiedliche Varianten entwickelt und abgewogen werden.
Die Thüringischen Landeszeitung (TLZ) hat nun heute Zwischenstände aus diesem Prozess, Dokumente geleakt. Das ist ihr gutes Recht als Zeitung. Ob es der kulturpolitischen Debatte nützt, steht auf einem anderen Blatt. Theaterträger, Intendanten und das Land haben sich gemeinsam darauf verständigt, vertrauensvoll und in einem nichtöffentlichen Raum Varianten zu diskutieren, also auch mal schwarze Schwäne zu denken, um dann nach Abwägung einzelne dieser Varianten wieder zu verwerfen. Im Konsens. Auf Basis dieser Debatte soll dann im Oktober ein abgestimmter Vorschlag entstehen, der öffentlich diskutiert werden kann. Nicht in jedem Bundesland wird derzeit der Versuch unternommen, vertrauensvoll und gemeinsam an der Lösung von Herausforderungen im Theaterbereich zu arbeiten, um z.B. die Tariflücke bei den Beschäftigten zu schließen. Die Veröffentlichung von Zwischenständen und das Erwecken des Eindrucks von betriebsbedingten Kündigungen in den Theatern schafft jedoch nur eins: Es werden Ängste und Befürchtungen geschürt, vor allem bei den Beschäftigten. Das ist nicht sinnvoll.“
Dateien
- PR17 S10
PDF-Datei (58 KB)
