Nr. 17/2014, Seite 10: Wisent heißt Bramelow
„Natur und Landwirtschaft im Einklang“, unter diesem Motto stand der Arbeitsbesuch von Bodo Ramelow, Vorsitzender der Linksfraktion, im Saale-Orla-Kreis. Auf dem Programm standen eine Patenschaftsübernahme und Namensgebung im Wisent-Freilandgehege in Ranis, der Besuch des Artenschutzzentrums und ein Treffen mit dem Vorsitzenden des Thüringer Bauernverbandes, Helmut Gumpert, inklusive Besichtigung der von ihm geleiteten Agrofarm Knau.
Begleitet wurde Bodo Ramelow von der Landtagsabgeordneten Heidrun Sedlacik, ihrem Mitstreiter Philipp Gliesing und dem Landtagsabgeordneten Ralf Kalich. Den Auftakt bildete das Wisent-Freilandgehege im Raniser Ortsteil Brandenstein. Auf den ersten Blick hatte sich Bodo Ramelow vor zwei Monaten dort in einen Wisentjungbullen verliebt. Daraufhin stand fest, dass er in diesem Jahr nicht im Erfurter Zoo, sondern hier eine Tierpatenschaft übernehmen wird. Sehr zur Freude von Bürgermeister Andreas Gliesing, denn auch wenn die anfallende Arbeit im Gehege, welches von der Arbeitsgruppe Artenschutz in Zusammenarbeit mit der Stadt Ranis unterhalten wird, ehrenamtlich erfolgt, fallen Kosten für Tierarzt und Futter im Winter an. Jetzt erfolgte die offizielle Namensgebung. Laut Bürgermeister Gliesing habe sich Bramelow, so nun der offizielle Name des Tieres, prächtig entwickelt. Das könne man insbesondere an den kleinen gut gewachsenen Hörnern erkennen. Der Name ist übrigens nicht zufällig gewählt. Jeder Wisent-Standort bekomme einen Anfangscode. Dieser sei hier Br für Brandenstein. Und das passe wiederum gut mit dem Nachnamen von Bodo Ramelow zusammen.
Gleichzeitig übergab er dem Fraktionsvorsitzenden einen Atlas der Säugetiere Thüringens. Dieser müsse Bestandteil der Schulbildung in Thüringen sein. Für Bodo Ramelow ist die Übernahme der Tierpatenschaft ein Beitrag zum Umwelt- und Artenschutz im Freistaat. Er ist im Gehege in Ranis nunmehr neben der Stadt Schleiz und einem Bürger der dritte Pate über ein Wisent. Beim anschließenden Besuch im Artenschutzzentrum konnte sich die LINKE-Delegation von der engagierten Arbeit der Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V. überzeugen. Komplett ehrenamtlich organisiert finden dort Fachseminare, Projekttage für Schüler und Exkursionen mit einem breiten Themenspektrum zum Natur- und Artenschutz statt. Zugleich wird eine umfangreiche Aquarienanlage betrieben. Den Abschluss des Arbeitsbesuchs im Saale-Orla-Kreis bildeten die Besichtigung der Agrofarm in Knau und ein Gespräch mit dem Chef Helmut Gumpert, welcher zugleich als Vorsitzender des Thüringer Bauernverbandes fungiert.
Insgesamt werden von der Farm, die 100 Gesellschafter und 500 Landverpächter hat, 350 Hektar Fläche über 17 Dörfer gestreckt bewirtschaftet. 180 Menschen stehen in Lohn und Brot und kommen zumeist aus den umliegenden Gemeinden. Die Produkte werden über eigene Verarbeitung und Geschäfte vertrieben. Vom Saatkorn bis zum Schinken bzw. Kuchen erfolgt somit alles aus einer Hand. Der Gang durch Kuhställe und Melkanlage verdeutlichte, dass Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung nicht in einem Widerspruch stehen müssen.
Matthias Gärtner
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