Nr. 16/2015, Seite 8: Hilfe und Unterstützung im Erfurter Frauenhaus (Kopie 1)

Parlamentsreport

Vor Ort informiert: Ministerpräsident Bodo Ramelow und Abgeordnete Karola Stange

Kürzlich besuchte Ministerpräsident Bodo Ramelow in Begleitung von Karola Stange, Sprecherin für Soziales, Gleichstellungs- und Behindertenpolitik der Linksfraktion, für ein Gespräch mit den dortigen Mitarbeiterinnen das Frauenhaus Erfurt der Evangelischen Stadtmission und Gemeindedienst Erfurt gGmbH.

Das Frauenhaus Erfurt ist für die Stadt Erfurt und die Landkreise Ilm-Kreis und Sömmerda zuständig (zu erreichen unter der Rufnummer 0361/ 7 462145. Bodo Ramelow hatte schon Anfang des Jahres das Restaurant des Herzens der Stadtmission Erfurt besucht und war mit einer Besuchergruppe obdachloser Männer des Hauses Zuflucht zu einem Gespräch in der Linksfraktion im Landtag zu Gast.

Der aktuelle Besuch im Frauenhaus reihte sich ein in die Tour zu sozialen Vereinen und Verbänden, um sich aktuell über den Stand der Arbeit zu informieren. Das Angebot des Frauenhauses richtet sich an Frauen und deren Kinder, die von physischer, psychischer oder sexualisierter Gewalt durch Ehepartner, manchmal auch Ehepartnerinnen, Partner oder Familien betroffen sind. Dazu zählen auch Zwangsheirat und jede Verletzung von körperlicher und seelischer Unversehrtheit.

Den Frauen wird, unabhängig von Herkunft und Konfession, Aufnahme und Hilfe angeboten und es wird auch bei schwieriger aufenthaltsrechtlicher und finanzieller Situation im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten Unterstützung geleistet.

Die Geschäftsführung der Evangelischen Stadtmission Erfurt und die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses berichteten über aktuelle Projekte, Auslastungszahlen und Verweildauer sowie die Problematik häuslicher Gewalt im Allgemeinen. Ein besonderes Problem für die Frauen, die mit kleinen Kindern aus einem anderen Landkreis kommen, ist, dass es keine sofortige bzw. vorübergehende Möglichkeit der Unterbringung der Kinder in einer Erfurter Kindertagesstätte gibt.

Positiv zu berichten hatten die Mitarbeiterinnen von der guten Zusammenarbeit des Netzwerkes häusliche Gewalt und der Polizei sowie von der Solidarität und der Unterstützung der Frauen untereinander. Themen waren auch eine mögliche Gebietsreform, die Haushaltssituation Thüringens und die direkte Auswirkung auf die Arbeit im Frauenhaus, auch mit Blick auf einen möglichen deutlichen Anstieg von Frauen mit Flucht- und Migrationshintergrund, die Hilfe im Frauenhaus suchen.

„Es wurde in diesem Gespräch erneut deutlich, wie wichtig und sinnvoll die alte Forderung der LINKEN nach einer Regelfinanzierung der Aufgaben ist“, bekräftigte Karola Stange. Die rot-rot-grüne Landesregierung spricht sich im Koalitionsvertrag für eine verlässliche Finanzierung der Hilfsstruktur aus, damit auch zukünftig Frauenhäuser, Frauenzentren und Interventionsstellen, planungssicher und in stetig guter Qualität ihre Arbeit leisten können.

 

Simone Nordheim

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