Nr. 14/2015, Seite 10: Unterstützung für Selbsthilfe
Selbsthilfegruppen-Treffen in Eisenach unter dem Dach der Deutschen Herzstiftung
Die Resonanz auf die Einladung zum Erfahrungsaustausch der Selbsthilfegruppen, der kürzlich im Sankt Georg Klinikum in Eisenach stattfand, war hervorragend: Günter Schleder, Vorsitzender der Selbsthilfegruppe (SHG) „Herz“ in Eisenach, ehrenamtlicher Beauftragter der Deutschen Herzstiftung für die Wartburgregion und selbst Herz-Kreislauf-Patient, konnte Vertreter von Selbsthilfegruppen unter anderem aus Rostock, Jena, Dresden, Berlin, Arnstadt und Rotenburg (Fulda), fast alle im Seniorenalter und selbst betroffene Patienten, begrüßen.
Gern mit dabei auch Werner Uthe aus Heyerode (Unstrut-Hainich-Kreis), Mitglied der Bundesversammlung „diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe“ und Vorsitzender der SHG „Diabetes“ Eisenach. Er machte ebenso wie Günter Schleder klar, wie wichtig der Austausch zwischen Herz-Kreislauf- und Diabetes-Selbsthilfegruppen ist. Denn viele Herz-Kreislauf-Patienten sind auch Diabetiker, oder aber Diabetes ist oft die Ursache von Herzinsuffizienz und Kreislaufproblemen.
Das GKE ist mit nunmehr über 800 Mitarbeitern zum drittgrößten Arbeitgeber Eisenachs gewachsen – nach Opel und Bosch. Zu Geschichte, Tradition, Leitbild und Leistungsangebot des Klinikums informierte Isa Berndt, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des GKE.
Es ist geradezu ein Segen, dass hiesige Selbsthilfegruppen mit dem Sankt Georg Klinikum einen zuverlässigen Partner haben, der zum Beispiel auch ein Domizil zur Verfügung stellt; von allen Seiten gab's Lob für die vorbildliche Zusammenarbeit und Hilfe zur Selbsthilfe.
Auch die Kooperation mit Ärzten und Einrichtungen laufe in Eisenach recht gut – dank des rührigen Engagements von Günter Schleder und seiner Mitstreiter und der offenen Ohren vieler hiesiger Mediziner.
In anderen Städten läuft es offensichtlich nicht so gut, wie aus den Berichten der einzelnen Gruppenvertreter hervorging. Zum Beispiel Rostock: Dort wurde die Selbsthilfegruppe behördlicherseits oder von Privatvermietern binnen kurzer Zeit dreimal aus ihrem Domizil geworfen und wie es weitergehen soll, weiß dort niemand so genau. Bleibt nur zu hoffen, dass die Rostocker in Bälde wenigstens eine dauerhafte Bleibe finden, die auch bezahlbar ist. Auch in Berlin, Jena oder Dresden könnte vieles besser laufen, wenn der Wille bei den potentiellen Partner-Einrichtungen vorhanden wäre. Rotenburg sei noch recht gut aufgestellt, doch nur in Bad Salzungen laufe es zwischen Klinikum und Selbsthilfegruppen ähnlich optimal wie in Eisenach, wie Heidrun Inder, Leiterin des Gesundheitsinformations-Zentrums im Klinikum Bad Salzungen und dort Beauftragte für Selbsthilfegruppen, ausführlich darstellte.
Bleibt dazu noch anzumerken, dass dieser wertvolle Erfahrungsaustausch auch in den kommenden Jahren regelmäßig fortgesetzt werden soll und die Gruppen untereinander weiterhin gute Kontakte pflegen wollen.
Zum besonderen Höhepunkt des Tages übergab Landtagsabgeordnete Kati Engel (DIE LINKE) im Auftrag der „Alternative 54 Erfurt e.V.“ eine Spende an die Eisenacher Selbsthilfegruppe „Herz“. Die „Alternative 54“ ist eine Initiative von Volksvertretern der Partei DIE LINKE, die soziale Projekte aus einem Fonds der von den Abgeordneten selbst nicht beanspruchten Diätenerhöhungen finanziell fördert. Bisher hat sie bereits mehr als eine Million Euro an Bedürftige ausgereicht – Respekt!
Text und Foto: K. Fink
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