Nr. 13/2016, Seite 8: Die Regiopole, kleine Schwester der Metropole

Parlamentsreport

Ronald Hande: Das Rostocker Konzept scheint gut auf Thüringen übertragbar

Im Juni hatte der Landtagsabgeordnete Ronald Hande die Hansestadt Rostock besucht und war dort mit Vertretern und Partnern der Regiopolregion Rostock zusammengekommen.

Rostock hat sich zusammen mit dem Landkreis als erste Region in Deutschland unter dem Dach der Regiopolregion zusammengeschlossen und damit eine Art „Metropolregion light“ ins Leben gerufen. Dieses Vorhaben ließ sich der Abgeordnete, Sprecher der Thüringer Linksfraktion für Landesentwicklung und Landesplanung,  in der Geschäftsstelle des Modellprojekts von Kathleen Bartels sowie von Sarah Wiechmann und Katja Klein vom Regionalen Planungsverband, Claudia Temps von der Industrie- und Handelskammer zu Rostock und dem stellvertretenden Bürgermeister von Ribnitz-Damgarten, Heiko Körner, vorstellen.

Vorteile der interkommunalen Zusammenarbeit für die Region als Ganzes herausstellen
Das Konzept der Regiopolregion will die bereits existierenden Stadt-Umland-Beziehungen, unabhängig von administrativen Grenzen, aufnehmen und ausbauen und damit die Lebenswirklichkeit ihrer Bewohner widerspiegeln. Ziel ist es, die Innenkonkurrenz zwischen den Kommunen herauszunehmen und die Vorteile einer interkommunalen Zusammenarbeit für die Region als Ganzes herauszustellen.

Grundvoraussetzung sei aber, so Heiko Körner, dass sich die kommunalen Vertreter den Dingen, die um sie herum passieren, öffnen. Die Geschäftsstelle der Regiopolregion bietet hierzu als Schnittstelle für die verschiedenen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Akteure einen neutralen Boden. Sie macht dabei Schubladen auf und stößt Dinge an. Am besten habe dies am Anfang, so Claudia Bartels, über den Kulturbereich funktioniert.

So richteten die Partnerstädte der Region dieses Jahr zum dritten Mal ein gemeinsames Kunst- und Kulturfestival aus. Auch ein Tag der Regionen, auf dem regionale Produkte vorgestellt werden, wird gemeinsam organisiert. Auf wirtschaftlichem Gebiet läuft derzeit eine Befragung der örtlichen Unternehmen, aus der eine Standortanalyse und ein Gewerbemonitor erstellt werden sollen.

Im Grunde geht es der Initiative um die Bündelung von Kräften und Aufgaben. Perspektivisch könnten sich daraus eine gemeinsame Gewerbeflächenvermarktung, eine abgestimmte Entwicklung des Regionalplans und eine gemeinsame Tourismus- und Marketingkonzeption für die gesamte Region ergeben, die dann ebenfalls von allen Beteiligten gemeinsam finanziell getragen wird.

Das Konzept der Regiopolregion scheint auch gut auf Thüringen übertragbar zu sein, da es womöglich die Lebenswirklichkeit der Menschen besser abzubilden vermag als eine Metropolregion Mitteldeutschland. So hat sich die Stadt Erfurt bereits im März dieses Jahres dem deutschen Regiopole-Netzwerk angeschlossen. Auch im Harz gibt es Bestrebungen, eine Regiopolregion mit mehreren Städten, unter anderem mit Nordhausen, zu entwickeln. Ähnliches ist auch in Südthüringen um Suhl herum denkbar. In jedem Fall lässt sich viel vom Rostocker Modellprojekt lernen. Ronald Hande konnte zahlreiche Erfahrungen aus den Gesprächen mitnehmen und wird versuchen, das Thema Regiopolregion in Thüringen bekannter zu machen.

 

Falko Neubert          

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