Nr. 13/2015, Seite 10: Ganztagsschule und Hort

Parlamentsreport

Tagung der Linksfraktion vor den anstehenden Weichenstellungen in der Landespolitik

Welche Aufgaben soll die Ganztagsschule erfüllen, wie bindend oder flexibel soll sie gestaltet werden? Welche Grundsätze sollen für die Arbeitsverhältnisse und die Arbeitsbedingungen der Pädagoginnen und Pädagogen gelten? Diese und andere Fragen sollen auf einer Tagung zum Thema „Ganztagsschule und Hortentscheidung“ diskutiert werden, zu der die Linksfraktion am Samstag, den 4. Juli, in den Landtag nach Erfurt einlädt.

Die Veranstaltung (10.30 bis 15.30 Uhr im Fraktionssitzungsraum Käte-Duncker-Saal) steht unter der Überschrift „Ganztagsschule und Hortentscheidung“. Dazu heißt es im rot-rot-grünen Thüringer Koalitionsvertrag:

„Die Thüringer Grundschulen werden weiter zu Ganztagsschulen entwickelt. Dazu werden im Schulgesetz die Aufgabenbeschreibung, die Qualitätsanforderungen und die Ausgestaltung der Ganztagsschulen erfasst. Wir werden uns mit den Gewerkschaften auf einen festzulegenden und abzusichernden Betreuungsschlüssel verständigen. Grundlage dafür ist die pädagogische und organisatorische Einheit der Ganztagsschule. Weitere differenzierte Formen ganztägiger Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsangebote wollen wir im Rahmen der Stärkung kommunaler Bildungslandschaften fördern.“

Die Ganztagsschule erscheint heute als logische, wenn nicht zwingende Antwort auf aktuelle Entwicklungen in Schule und Gesellschaft. Tatsächlich ist jedoch der Begriff der Ganztagsschule in vielerlei Hinsicht noch wenig bestimmt, sind in der Umsetzung eine ganze Reihe Fragen offen, die beantwortet werden müssen im Zuge der anstehenden Weichenstellungen in der Landespolitik.

 

Programm der Tagung am 4. Juli

Nach der Begrüßung durch Torsten Wolf, bildungspolitischer Sprecher DIE LINKE im Thüringer Landtag, und Gabi Ohler, Staatssekretärin im Thüringer Bildungsministerium, gibt es drei Impulsbeiträge.  Zum Modellprojekt „Weiterentwicklung der Thüringer Grundschule“ stellt Dr. Andreas Jantowski, Direktor des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThillM) Ergebnisse der Evaluation vor. Darauf bezieht sich auch Tamara Thierbach, Bürgermeisterin der Stadt Erfurt und Beigeordnete für Bildung und Soziales, mit ihrem Beitrag zu den Erfolgen und Grenzen des Modellprojekts in der Landeshauptstadt. Über „Pädagogische und organisatorische Prämissen an eine gute Ganztagsschule“ spricht  Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Nachdem die Landes- und Fraktionsvorsitzende DIE LINKE Thüringen, Susanne Hennig-Wellsow, Ausführungen gemacht hat zum Thema „Die Zukunft des Thüringer Grundschulhortes – eine Abwägungsentscheidung“, soll darüber mit dem Publikum diskutiert werden. Im Podium außerdem: Gabi Ohler, Dr. Andreas Jantowski, Kathrin Vitzthum, Tamara Thierbach sowie Michaele Sojka, Landrätin Landkreis Altenburg. Dr. Steffen Kachel, Referent Fraktion DIE LINKE, wird die Diskussion moderieren.     

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